…stand am Montag {27. August 2012} auf dem Programm.

Apfelkonfitüre

 
{Foto 240/366}
Den Ausflug hatte ich Katl zum Geburtstag geschenkt. Er sollte uns eigentlich nach Prag führen, aber verschiedene Über- und Umbuchungen verzögerten die ganze Sache, und damit wir das Geschenk überhaupt noch in diesem Jahr einlösen konnten, entschieden wir uns dann eben für Karlsbad.
5.30 Uhr fuhr unsere Straßenbahn zum Hauptbahnhof. Der Bus war schon da und startete dann 6.30 in Richtung Südosten. Ich liebe Busreisen. Da beginnt das Urlaubsvergnügen schon an der Haustür und ich muss mir keine Gedanken um Reiserouten und Tankfüllungen machen, kann unterwegs stricken oder schlafen oder einfach meinen Gedanken nachhänge und komme entspannt an.
Ja, ich weiß, ich dürfte an einem Montag, der ja ein Arbeitstag ist, nicht einfach frei machen. Aber bitte, ich arbeite so oft auch an Samstagen und Sonntagen, und gerade am letzten Samstag war ich ja auf dem Markt. Da habe ich wegen dieses einen Tages kein schlechtes Gewissen.
Die Woche wird nun allerdings stressig. Es liegt so viel an, dass ich es schon fast wieder bereue, in der letzten Woche dreimal pünktlich Feierabend gemacht zu haben. Das wollte ich mir gönnen, weil ja Chris und Caro im Garten waren und ich auch hin wollte. Da war ja alles noch schön. Wirklich richtig schön. Nur mit dem blöden Sonntag hat Caro alles kaputt gemacht.
Naja, denken wir nicht mehr daran.
Der Ausflug gestern war jedenfalls sehr schön.
Und nun auf in die chaotische Woche.

Dienstag, 28. August 2012 | 08:31 Uhr | Tags: , ,

…dann geht es auf in den Miniurlaub. Es ist nicht weit, und so werden wir am frühen Nachmittag schon dort sein. Heute Abend ist Grillen angesagt, morgen soll der ganze Tag der Erholung gelten und am Dienstag bin ich dann wieder da und schließe pünktlich 9.30 Uhr das Wollkombinat wieder auf.

Sonntag, 15. Juli 2012 | 08:55 Uhr | Tags:

…aus dem Gebirge der Riesen.

Riesengebirge

Das Chaos hat mich wieder. Es ist Wochenende, und das bedeutet für mich, all die Termine zu schaffen, die ich unter der Woche nicht schaffen konnte, bzw. das aufzuarbeiten, was vor der Reise liegen bleiben musste. Es ist das alte Strickmuster, ich hab schon mal wieder viel zu viel vor. *grrr*
Aaaaalso… einen Gang runter schalten, oder besser gleich zwei oder drei… Den Guten-Morgen-Milchkaffee in Ruhe trinken und dann auch in Ruhe beim Lädchen vorbei schauen. Kurz mit der Blumenfee schwatzen und ihr vor allem sagen, dass ich am Montag nicht, wie geplant ins Lädchen komme, sondern Lieferung auspacken, auspreisen und so weiter alles am Sonntag mache, weil ich am Montag schon um sieben in einer Schule sein muss, bei der ich noch nie unterrichtet habe.
Von 9.00 bis 11.00 ist ein Termin im Suse-Garten angesetzt. Der ist wichtig, da werden die Wasseruhren und Stromzähler abgelesen und die Uhren ausgebaut. Das muss vor dem Frost passieren und ist also heute dringend. Entweder komme ich zu dem Termin zu spät, oder ich lasse das mit dem Lädchen. Die Blumenfee hat ja bis 12 Uhr geöffnet, da könnte ich es ja auch noch nach dem Gartentermin schaffen. Na, mal sehen. Jetzt wird jedenfalls erst noch der Milchkaffee getrunken, und zwar laaangsam, denn in meinem Magen macht sich schon wieder "eine geballte Faust" bermerkbar, die sich immer meldet bei Stress oder Ärger. Ärger hab ich ja zum GLück gerade nicht, aber die Hektik tut ja auch nicht gut.
Das war herrlich im Gebirge, da gab es keine Hektik. Da haben wir einfach in den Tag hinein gelebt, und das war gut so. Und alles war einfach gut. Mit Katl geht so was wunderbar. Da kann man auch wortlos nebeneinander her laufen, und das ist dann in Ordnung so. Tatsächlich hab ich wahrscheinlich zeimlkich viel auf die Arme eingequasselt, wäre ja nicht ich, wenn ich mal meine Klappe haltne könnte. Aber die gute Seele hat sich nicht beschwert, also war es wohl in Ordnung so, wie es war.

Samstag, 22. Oktober 2011 | 08:08 Uhr | Tags: ,

…die vergangene Woche in Kurzfassung.
Montag nach der Arbeit im Katl-Garten nicht rein gekommen, im Suse-Garten Blumen für Mutti gesucht, ihr gebracht, 20:35 Uhr daheim gewesen, wegen wichtiger Marktverabredungen herumtelefoniert…
Dienstag Welch ein Tag!
Zeitweise kam ich mir vor wie ein Joungleur mit mindestens 10 Bällen, aber am Ende hat alle funtkioniert. Telefonate mit Marktveranstaltern, Versicherern, Agenturen, die mit Leuten besetzt sind, die einem glatt sagen: "Von dem, wonach sie fragen, habe ich keine Ahnung."
"Gut, dann geben Sie mir jetzt die Telefonnummer von *** und die Kundennummer von ***, und dann mache ich Ihren Job."
"Ja, das können Sie gerne tun."
"Jaaa, im Gegensatz zu Ihnen kann ich das." Ich glaube, sie hat meine letzte Bemerkung nicht mal verstanden. Sie war sehr freundlich, aber absolut inkompetent. Und solche Leute haben Festanstellungen, sind 8 Stunden täglich anwesend, haben Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bekommen regelmäßig Gehalt. Fürs dumm Sein.
Zwischendurch war ich daheim, Mails lesen, was wichtig war, weil ich Unterrichtstermine verabreden und einige umdisponieren musste. Ich habe dann gleich mal so toll disponiert, dass ich meine 5 Tage Urlaub glatt wegdisponiert habe. Na toll!
Freilich blieben nach rund 12 Arbeitsstunden noch etwa 10 Dinge übrig, die ich gern noch erledigt hätte. Geschafft habe ich davon noch ganze zwei.
Mittwoch
Strickstammtisch.

Strickstammtisch

Vorher hab ich wieder noch irgend etwas erledigt, weshalb ich nicht 11 Uhr da war, sondern wieder erst gegen 12. Ich weiß aber inzwischen schon nicht mehr, was ich da zu tun hatte. Oh je. Die Stammtischzeit habe ich genutzt, um an meinem neuen Sockenmuster zu tüfteln. Die Mädels haben da noch Wünsche geäußert und ich habe versucht, diese in den Entwurf einfließen zu lassen. Ist schön geworrden, glaub ich.
Donnerstag
Früh aufgestanden und schon vor dem Lädchen einiges an Computerkram erledigt, zu dem ich am Abend zuvor zu müde war. Dann Mutti eingesammelt und herum gefahren. Sie ist nicht mehr gut zu Fuß, nimmt aber Hilfe nichtg gern in Anspruch, weil sie weiß, wieviel ich um die Ohren habe. Ich mach es aber gern. Am Nachmittag bissel früher aus dem Laden weg, in den Suse-Garten, weil dort zwei liebe Spinnerinnen zum Erfahrungsaustausch eintrafen. Es wurde spät. Eine halbe Stunde vor Mitternacht war ich wieder daheim, zu müde für eine Nachtschicht am Rechner.
Freitag
Im Lädchen die Nähmaschine ausgepackt, die tags zuvor geliefert worden war, ausprobiert und dann einen Teil der Arbeitszeit privat genutzt, indem ich Vorhänge für die Laube im Suse-Garten genäht habe. *Oweiha*
Dafür kreiselt jetzt schon wieder die Waschfee, um Stoffe vorzuwaschen. Ich möchte ja nicht, dass meine fertig genähten Stücke später einlaufen. ;)
Und dann begann endlich das Wochenende.
Drei Tage "Bad Meingarten". Drei Tage Natur pur. Drei Tage Entspannung pur.
Freitag nach dem Lädchen ging es ab in den Katl-Garten. Dort habe ich die gute Seele eingesammelt, samt mehreren Tüten blauer Bohnen, übrig gebliebener Tomatenstäbe [da brauche ich noch ein paar] und diverser anderer Utensilien. Dann rüber in den Suse-Garten. Dort musste ich mich erst mal um das Abendessen kümmern, denn ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Bevor ich das aber tun konnte, mussten wir erst einmal den Pavillon einholen, den wir am Donnerstag vom Spinntreffen hatten stehen lassen. Der Wind mochte das Teil nicht und versuchte, es aus dem Garten zu pusten.
Später hängten wir noch die Vorhänge auf und freuten uns darüber, wie schön sie aussahen.
Am Samstag morgen rückte ich dem Zwiebelbeet zu Leibe, kam aber nicht sehr weit, bevor Katl mit Frühstücksbrötchen auftauchte. Frisch war es, fast herbstlich. Nach dem Frühstück fing ich an, Froschaugen zu filzen. Diese Arbeit unterbrach ich, als Sybille kam. Sie wollte gern Gläser umfilzen, also stieg auch ich auf Gläser um.
Am späten Nachmittag musste Katl zum Dienst und Sybille nach Hause. Die Sonne hatte sich vollständig hinter dicke Wolken verzogen und es wehte ein kalter scharfer Wind. Da machte ich mich wieder über das Zwiebelbeet her, musste dies aber ganz schnell wieder sein lassen, weil mein rechter Ellbogen wieder mal so sehr schmerzte, dass ich die kleine Jätekralle nicht mehr halten konnte. Wahrscheinlich hatte ich es beim Filzen wieder übertrieben. Zum Glück hatte ich das "Rentnerparfüm" [Schmerzgel] eingepackt und konnte mich verarzten. Dann kümmerte ich mich um den Abwasch und um das Abendessen, das fertig war, als Katl vom Dienst kam. Es wurde ein schöner, entspannter Abend. Vor dem Schlafengehen telefonierte ich noch mit meiner Schwester.
Am Sonntag Morgen hätte ich gern im Katl-Garten unter dem Apfelbaum gefrühstückt. Da wir aber das gesamte Futter im Suse-Garten hatten, wählte Katl selbst diese Variante ab. Sinnvoll aber dennoch schade, denn in der Morgensonne unter dem alten Boskop sitzen ist ein unbeschreibliches Erlebnis. So saßen wir in der Morgensonne unter einem kleineren Apfelbaum, dessen Sorte ich nicht kenne. Mal sehen, vielleicht pfropfe ich da mal irgendwann ein paar Boskop-Reiser auf. Eigentlich wollte Katl mir beim Zwiebelbeet helfen, aber sie musste so früh schon los zum Dienst, da haben wir den Vormittag bis dahin einfach vertrödelt. Das war auch schön.

Im Suse-Garten

Als Katl dann los musste, schnappte ich mir die große Kralle und dann ackerte ich nicht nur das Zwiebelbeet um, sondern rang der "Müllecke" noch einen breiten Streifen Land ab. Später sähte ich noch Bohnen. Ich weiß, es ist eine Woche zu spät. Man sagt, bis 15.7. können Bohnen gesäht werden. Aber ich dachte mir, wenn wir schon so nen belämmerten Sommer haben, bekommen wir vielleicht einen schönen Herbst, und dann klappt das auch noch mit den Bohnen. Naja.
19 Uhr war ich daheim. Wanne, Wäsche und ein Kilo Schweinerücken, den ich in dünne Scheiben geschnitten und eingelegt habe.

Montag, 25. Juli 2011 | 07:08 Uhr | Tags: , , ,

Heimreise
Das Hafenfest in Kamp war super. Es war überhaupt eine gute Idee, es doch noch in den Urlaub einzubeziehen. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal bei einem Open Air Festival war. Evwigkeiten muss das her sein.
Ich war mir nicht sicher, ob es noch Karten geben würde, doch an der Abendkasse war noch einiges möglich. Nur Zeltplätze gab es keine mehr, was ich nicht anders erwartet hatte.
Einen günstigen Parkplatz fanden wir immerhin, und ich schlug Katl vor, in der Nacht nur noch so weit zu fahren, bis wir eine Autobahnraststätte erreichen würden. Ihr war alles recht, sie kann ja nicht fahren, so dass ihr nicht anders übrig bleibt, als sich nach mir zu richten. *kicher*
So hielten wir es dann auch und ich rollte mich auf der Rückbank zusammen, während Katl sich auf ihrem Sitz ausstreckte. Angeblich war ihr das bequem so.
Vielleicht hätte ich auch auf meinem Sitz bleiben sollen, denn kaum dass Aurora den Horizont rot färbte, wachte ich von Rückenschmerzen geplagt auf und hatte Mühe, meinen gar nicht mal so langen Körper [154 cm] zu entfalten. Ich vollführte neben dem Auto ein paar Lockerungsübungen, und es war mir völlig egal, wer mich dabei vielleicht beobachtete und sich scheckig lachte. Dann tapste ich in die Raststätte, um mich frisch zu machen.
Als ich zurück kam, schlief Katl immer noch. Ich aber startete und fuhr hinaus in den jungen Morgen und nach Süden, der Heimat entgegen.
Wie poetisch das klingt, dabei wäre ich am liebsten wieder umgekehrt.
Später wurde dann auch Katl munter, und wir beschlossen, dass es Zeit zum Frühstücken sei. "Stilgerecht" an einem bekannten Fast-Food-Restaurant. Immerhin schmeckt dort der Kaffee, was man leider nicht von allen Raststätten sagen kann.
Gegen Mittag trudelten wir daheim ein. Rechtzeitig, um noch ein wenig zu ruhen und sich dann im café esprit die deutsche Mannschaft im Achtelfinale anzuschauen.
Katl, die sich nicht für Fußball interessiert, wollte lieber im Garten nach dem Rechten schauen. Ich mochte das "Elend" nach einer Woche Urlaub lieber gar nicht sehen. Gewiss waren alle Gemüsepflanzen wegen Wassermangels eingegangen, während sich das Unkraut trotzig ausbreitete und womöglich sogar schon durch den Zaun hindurch wucherte.
So trennten sich nach einer Woche Urlaub unsere Wege. Katl ging in den Garten und ich ins esprit.

Für Sonntag, unseren letzten Urlaubstag in Gardenia, hatten wir nichts verabredet. Zwar hatte ich Katl gefragt, ob sie draußen frühstücken mochte, aber am Samstag Abend wusste sie das noch nicht so genau. Mir war das recht, vielleicht würde ich am Sonntag auch erst einmal ausschlafen.
Daraus wurde jedoch nichts, weil ich am frühen Morgen [gegen 6 Uhr] aus unerfindlichen Gründen mit Rückenschmerzen erwachte.
Ich bin gewiss nicht der Typ, der regelmäßig Frühsport treibt, aber an diesem Tag vollführte ich gymnastische Übungen, um meinen Körper zu entzerren und war heilfroh, dass mich dabei niemand sah. *kicher*
Dann packte ich zwei Taschen, eine mit Strickzeug und eine mit Lebensmitteln und machte mich auf den Weg in den Garten. Katl war nicht dort.
Da ich nicht gefrühstückt hatte [in der Hoffnung, das doch mit Katl gemeinsam tun zu können], wollte ich nun zeitig Mittag essen. Also baute ich meine "Küche im Grünen" auf, stellte alles bereit…

Szczecin

…und machte mich dann erst einmal über das Land her. Natürlich waren die Gemüsepflanzen nicht eingegangen, denn Katl hatte ihnen jeden Abend einige wenige Tröpfchen Wasser gegönnt. Nicht genug, um sie üppig sprießen zu lassen, aber immerhin leben sie noch und die in ihrer Anfangszeit heftig von Schnecken heimgesuchten Tomatenpflänzchen blühen sogar.
Selbst das Unkraut hält sich in Grenzen. Dennoch bestand dringender Handlungsbedarf, denn auf dem Kräuterbeet wuchert nicht nur alles heftig ineinander [was mir gut gefällt], sondern wächst auch durch den Zaun. Und das darf nicht sein! Jedenfalls nicht in unserem Gartenverein. Da wäre es chic, den halben Garten zu betonieren und die Blumen auf die Mauern zu malen, oder Plastikblumen aufzuhängen, wie es einer unserer Nachbarn tut. Aber wenn Akelei, Erdbeeren, Wicken, Oregano und Johanniskraut durch den Zaun lugen, gilt das als unordentlich und muss verschwinden. Und wenn dann auch noch Topinambur auf dem Kräuterbeet wachsen, ist das ganz schrecklich, denn dieser "Tabak" hat in einem Garten nichts zu suchen. Da nutzt es uns gar nichts, dass vor ein paar Jahren die Topinambur im Schaukasten des Vereins als DAS NEUE GEMÜSE gepriesen wurden, denn ganz offensichtlich weiß nicht einmal der gärtnerische Fachberater des Vereins, wie diese Pflanzen über der Erde aussehen.
Also war auf dem Kräuterbeet und am Zaun davor Aufräumen angesagt, was ich dann auch in Angriff nahm. Hat man einmal angefangen, findet man immer noch mehr, was man erledigen könnte. Doch irgendwann in der Mittagshitze brach ich die Arbeit dann ab, denn ich wollte unbedingt noch zwirnen, bevor ich am Nachmittag ins café esprit gehen wollte, um die deutsche Mannschaft im Achtelfinale zu erleben.
Der Hunger war mir infolge der Wärme vergangen. Also räumte ich Zutaten samt Küche wieder weg und setzte mich im Schatten des Apfelbaumes ans Spinnrad.
Am frühen Nachmittag tauchte Katl auf. Die Glückliche hatte bis elf geschlafen, wie sich das für einen Sonntag gehört. Ich kann das nie. Dafür war ich, nachdem wir nun doch so eine Art Brunch eingenommen hatten, so müde, dass ich ein kleines "Nickerchen" unter dem Apfelbaum hielt. 20 Minuten reichen mir vollkommen, um wieder fit zu werden.
Katl, die sich auch ausgeruht hatte, blieb noch im Garten, während ich mich auf den Weg machte ins esprit, wo ich zwei spannende Fußballspiele erleben konnte und von Jürgen noch ein ganz leckeres Abendessen serviert bekam. Schnitzel mit Bratkartoffeln klingt lapidar, aber was man unter diesem Namen im esprit bekommt, ist einfach nur lecker… uuuuund eine riesige Portion obendrein.

Sonntag, 27. Juni 2010 | 23:59 Uhr | Tags: , ,

Am Samstag Morgen fühlte ich mich seltsam. So, als sei alle Energie aus mir entwichen, wie die Luft aus einem undichten Ballon. Ich hatte keine Lust, mit Katl zu frühstücken, keine Lust, mit ihr den Strand entlang zu wandern. Dabei war sie so lieb, betüttelte mich von vorn bis hinten. Sie dachte, ich sei übermüdet, weil ich in dem weichen Bett nicht gut schlief. Ich ließ sie in dem Glauben, denn ich hätte ihr ohnehin nicht sagen können, was eigentlich mit mir los war. Ich wusste es ja selbst nicht.
Am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre heim gefahren. Dabei blieb uns noch ein ganzer Tag am Meer, denn die Heimreise wollten wir erst am Sonntag antreten.
Um dem Tag noch einen Sinn zu geben, schlug ich vor, nach Szczecin zu fahren. Katl stimmte zu, erfreut darüber, dass ich aus meiner Lethargie erwachte.

Szczecin

Szczecin

Szczecin

Weil wir mit der Fahrt nach Szczecin bereits einige Kilometer auf "Heimatkurs" hinter uns bringen würden, überredete ich Katl dazu, tatsächlich schon heute unsere Koffer zu packen und von Szczecin aus nicht wieder nach Kolberg zurück zu kehren, sondern an der Küste entlang bis nach Kamp zu fahren und dort das Hafenfest zu besuchen, wo Hans-Eckardt Wenzel spielt.

Entgegen meiner Ankündigung, am Samstag erst einmal auszuschlafen, war ich schon früh auf, tüftelte an einem Sockenmuster, das einfach nicht aufgehen wollte und frühstückte dann mit Chris, der an diesem Wochenende arbeiten muss. Obwohl die Sonne lockte, konnte ich mich nicht aufraffen, in den Garten zu gehen, sondern trödelte in der Wohnung herum. Die Tatsache, dass Christophs Arbeitskleidung gewaschen werden musste, nahm ich als willkommenen Anlass, daheim bleiben zu müssen.
Zwischendurch dachte ich immer mal daran, dass Katl nun wohl allein im Garten saß, konnte mich aber nicht mal zu einem Anruf durchringen, zumal ich keine Ahnung hatte, wie ich ihr meine seltsame Stimmung erklären sollte, von der ich noch nicht einmal wusste, woher sie rührte.
Gegen Mittag rief dann Katl an und meinte, sie wisse gar nicht, was mit ihr los sei. Sie sei wohl heute mit dem verkehrten Bein aufgestanden und bisher noch nicht in die Gänge gekommen, wolle nun aber trotzdem mal in den Garten, damit überhaupt noch etwas aus dem Tag wird.
Schon seltsam, dass uns beiden unabhängig voneinander gleichzeichtig so komisch zumute ist.

Es wurde 19 Uhr, bis ich mich endlich aufraffte, doch noch loszugehen. Der Hauptgrund war, dass ich unbedingt ins Freie wollte. Das hätte nicht unbedingt der Garten sein müssen, mir fiel aber auch nichts anderes ein. Zuerst einmal hielt ich noch im Supermarkt an. Samstags kurz vor Ladenschluss einzukaufen, scheint mein neues Hobby zu werden.
Im Garten schaffte es dann endlich, die zweten 50 Gramm der Bluefaces-Leicester-Fasern zu spinnen und sogar noch mit dem Zwirnen zu beginnen. So dünn das Garn ist, es bleibt weich.

Sonntag, 27. Juni 2010 | 08:40 Uhr | Tags: , ,

Der Donnerstag sollte so etwas wie ein Ruhetag werden. Die Sonne strahlte, aber zum Baden war es noch immer nicht warm genug. So brachen wir nach dem Frühstück auf, um die Natur in der näheren Umgebung des Ortes zu genießen.
Der Kiefernwald sah im Sonnenlicht richtig verzaubert aus. Ich hätte mich kein Bisschen gewundert, wenn zwischen den Bäumen plötzlich eine Fee aufgetaucht wäre. Ich sollte mal wieder ein Märchen schreiben.

Zauberwald
 
Zauberwald
Zauberwald

Am Abend boten dann Sonne, Wolken und Meer ein phantastisches Schauspiel. Wie man auf dem ersten der folgenden Fotos sehen kann, hat das Meer den Strand verschluckt. An den ersten Tagen waren es vom Strandcafé bis zur Wasserlinie mindesten 10 Meter. An diesem Abend aber gab es nur noch einen schmalen, von Sandsäcken gesicherten Streifen. Im Laufe des Abends wurde selbst der Sandsackwall immer wieder überspühlt, obwohl er unermüdlich erhöht und verstärkt wurde.

Sunset

Sunset
 
Sunset

Am Donnerstag sollte der Gardenia-Urlaub fortgesetzt werden, jedoch mit einer zusätzlichen Person. Janice wird nämlich am Wochenende mit ihrer Oma Renate für drei Wochen in den Urlaub fahren und Chris wollte sie gern vorher noch einmal sehen/ bei sich haben. Nun jongliert er aber gerade mit zwei Aufträge und versucht, allen gerecht zu werden. So hatte ich ihm angeboten, mich tagsüber um Janice zu kümmern. Nach verschiedenen Absprachen ergab sich für den Donnerstag, dass ich die Kleine am Morgen erst einmal in den Kindergarten brachte, wo sie noch eine "Urlaubsrunde" geben wollte. Eis für ihre Kindergartenfreunde. Danach musste ich erst noch einmal nach Hause, um mit Chris verschiedenes zu regeln und dann stand wieder der Garten auf dem Programm, wo ich mich wieder mit Katl zum Brunch traf. Aus dem Supermarkt hatte ich ihr noch Sprotten mitgebracht, weil sie die in Urlauben am Meer immer so gern isst und ich damit unsere Ostsee-Illusion aufrecht erhalten wollte.
Am Nachmittag holte ich dann Janice wieder ab und nahm sie mit in den Garten, wo wir bereits kleines Becken mit Wasser in die Sonne gestellt hatten.

Sunset

So sieht das aus, wenn man Janice sagt, sie soll sich ausziehen, weil sie ins Wasser darf. Da lässt sie alles fallen und liegen.
Wenn sie dann allerdings einen leeren Karton entdeckt, kommt sie auf allerlei Ideen.

Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste

Am Abend kam dann Chris und heizte den neuen Grill an, den Katl beschafft hat. Dann wurde nach Herzenslust geschlemmt, und Janice, die sonst eher wie ein Mäuschen oder ein Spatz isst, verputzte drei Würstchen.

Freitag, 25. Juni 2010 | 02:33 Uhr | Tags: , ,

Am Mittwoch mussten wollten wir zeitig aufstehen, um den ersten Zug nach Rewal zu erwischen. So hatten wir diesmal den Frühstücksraum für uns allein und liefen nicht Gefahr, uns zu verplaudern.
Auf ging es in den Ort und zum Bahnhof, wo wir in dieses hübsche Bimmelbähnchen stiegen.

Bahn
 

Bahn

Im Sonnenlicht empfing uns der Bahnhof von Rewal.
Bahnhof

Kirche von Rewal
Vorbei an der eigenwilligen modernen Kirche schlenderten wir zur Promenade und ließen uns dort in einem der zahlreichen Cafés nieder, mit Blick auf die Fischerboote am Strand.

Fischerboote am Strand von Rewal

Fischerboote am Strand von Rewal

Bis zur Rückfahrt des Bimmelbähnchens bummelten wir durch den Ort und am Strand entlang.
Den Abend verbrachten wir bei seeehr gut gemixtem Camparisoda in der Strandbar, die wir für diesen Urlaub zu unserer Lieblingsbar erkoren hatten.

Strandbar am Strand von Pogorzelica

Den Mittwoch in Gardenia verbrachten wir überhaupt nicht im Garten. Nicht eine Minute waren wir dort, denn am Morgen kam Katl zu mir nach Hause, wo wir gemeinsam frühstückten, bevor wir nach Halle aufbrachen zum Strickstammtisch.
Ich habe mich so gefreut, die "Mädels" alle wiederzusehen, Katl war neugierig auf alle, die sie bisher nur aus Blogs oder von meinen Berichten kannte. Diesmal wurde es eine besonders große Runde, weil wir gleich drei "Neueinsteiger" hatten. Außer Katl kam nämlich noch Jana [aus Halle] hinzu und als nachträgliche Geburtstagsüberraschung für Uta auch noch Eva [aus Leipzig].
Es wurde geschwatzt, gescherzt, gestrickt, gehäkelt, geribbelt… oder doch nicht? Mein neues Oberteil, das ich von Sabinci bekommen habe, wurde gebührend bewundert. Allerdings habe ich vergessen, Uta um ein Foto zu bitten mit mir im Oberteil. Das müssen wir mal nachholen.
Wie immer verging die Zeit viel zu schnell.
Auf dem Heimweg machten Katl und ich noch am Supermarkt Halt und kauften für das Abendessen ein.
Was mag es wohl gegeben haben? Richtig: Fisch!
Den Abend verbrachten wir in sehr lustiger Runde im café esprit beim Fußball-Krimi Deutschland : Ghana.
Fotos habe ich von dem realen Urlaubstag nicht, obwohl ich die Kamera überall hin mitgeschleppt hatte.

[*Der guten Ordnung wegen: Das Bimmelbähnchen fährt nur von Pogorzelica nach Rewal, wo wir 2007 einen sehr schönen Tag verbrachten.
Das Strandcafé fanden wir natürlich am Strand von Pogorzelica, und es war damals wirklich unser Lieblingscafé.*]

Donnerstag, 24. Juni 2010 | 09:41 Uhr | Tags: , ,


Der Dienstag begann mit Sonne, aber wieder kalt. Wir trödelten ein wenig unentschlossen vor uns hin, was durchaus in Ordnung war, schließlich haben wir Urlaub. Katl kramte ihr Strickzeug hervor und setzte sich damit auf die Terrasse vor dem Frühstücksraum. Ich machte mir Notizen zu meinem Entwurf. Das Ideenbuch hat sich nämlich wieder angefunden.
- Aber den ganzen Tag will ich nicht im Quartier bleiben.
- Ich auch nicht.
- Außerdem müssen wir Gemüse kaufen.
- Wir haben doch noch Salat.
- Und was kochen wir am Abend?
- Wir könnten heute auch mal essen gehen.
- Auch wieder wahr.
Nach einer Weile, während der Katl emsig genadelt hatte und ich mit geschlossenen Augen vor mich hin träumte…
- Ich mach jetzt Kaffee, möchtest du auch?
- Oh ja, gern. Und danach gehe ich los.
- Wohin denn?
- In den Ort. Hier muss es doch auch Läden geben. Die können doch nicht für jede Prise Salz nach Kolberg fahren.
Die Sonne hatte inzwischen an Kraft gewonnen, doch sobald sich Wolken davor schoben wurde es wieder frisch.
Natürlich kam Katl mit in den Ort. Wir fanden einen kleinen Supermarkt und kauften ein paar Kleinigkeiten.
Nachdem wir diese abgeladen hatten, zog es mich unwiderstehlich ans Wasser.

Brandung

Brandung

Brandung

Unser Abendessen fanden wir dann in einem kleinen Fischrestaurant.
Brandung
Katl, vom Wind zerzaust. Wir ließen uns nicht davon abhalten, auf der "Sonnen"terrasse zu essen.
Heute Abend passiert nicht mehr viel. Für morgen haben wir einen Ausflug nach Rewal geplant.

Der Dienstag war ein etwas seltsamer Urlaubstag in Gardenia. Nachdem ich erst halb eins von dort nach Hause gekommen war, beschäftigte ich mich noch bis 2:45 Uhr damit, die fast 1000 Fotos aus unserem 2007-er Urlaub auf den PC zu packen, um meine geträumten Reiseberichte entsprechend bebildern zu können, inclusive Licht- und Witterungsverhältnisse. Hilfreich dabei ist zweifellos, dass das aktuelle Wetter von Kolberg sich nur unwesentlich von dem damals in Pogorzelica unterscheidet.
Nicht im Garten zu übernachten, bietet entscheidende Vorteile, wie den Luxus einer Waschmaschine uuuuund einer Badewanne. Beides nutzte ich ausgiebig, nachdem ich gegen 7:15 Uhr schon wieder aus dem Bett gepurzelt war. Zwei Trommeln Wäsche und danach ein ausgedehntes Bad.
Danach schlenderte ich in den Garten, wo Katl gerade den Frühstücks-[Brunch-]Tisch deckte. Der Minigrill, in dem wir Semmeln aufbacken wollten, versagte den Dienst, was uns nicht weiter störte, denn Not macht bekanntlich erfinderisch, so dass wir nach etwas Improvisation doch noch zu knusprigen Brötchen kamen.
Die Sonne hatte inzwischen so viel Kraft entwickelt, dass wir nach dem Essen doch wieder unter den Apfelbaum umzogen. Katl schwang die Stricknadeln. Ich wollte eigentlich spinnen, nickte aber erst einmal ein. Kein Wunder, denn nach meiner Fotoaktion in der Nacht war ich so durchgefroren, dass ich noch fast 2 Stunden brauchte, um wieder warm zu werden und endlich einschlafen zu können. Das machte sich nun bemerkbar.
Am Nachmittag wollte ich ursprünglich ins esprit zum Fußballgucken. Schließlich halte ich, wenn sie nicht gerade gegen Deutschland antreten, auf die Mexikaner [erwähnte ich wohl schon]. Dann aber hielt mich eine unbekannte Macht am Spinnrad fest.

Bluefaced Leicester

Gern wäre ich bis zum Dunkelwerden im Garten geblieben, hätte die zweiten 50 Gramm Bluefaced Leicester versponnen und vielleicht sogar gezwirnt. Dann aber fiel mir ein, dass ich, weil es ja so nicht geplant war, gar keine dicken Kleidungsstücke, keine Kuscheldecken, ja nicht einmal Socken dabei hatte.
Entenküken
So beschloss ich, ebenfalls zusammen zu packen, als Katl gehen musste, um an einer Vereinsversammlung teilzunehmen. Das ist das Problem an Urlauben daheim. Bist du verreist, dann ist das eben so. Bleibst du aber am Ort, erwartet jeder, dass du alle Verpflichtungen wahrnimmst, schließlich bist du ja da. Kein Mensch akzeptiert, dass du eigentlich Urlaub hast.
Auf dem Heimweg schaute ich noch beim Supermarkt vorbei. All die Gedanken ans Meer hatten mir riesigen Appetit auf Fisch gemacht. Daheim angekommen, schnippelte ich aus Apfel, Zwiebel, Gewürzgurken und Matjes einen leckeren Salat zusammen, den ich inzwischen verputzt habe.
Ein drittes Mal an diesem Tag wurde die Waschmaschine gefüttert.
Heute gehe ich mal früh [vor Mitternacht] ins Bett.
Für morgen haben wir einen Ausflug nach Halle geplant.

[*Übrigens: Die im letzten Beitrag genannten Hausmittel gegen äußere Verletzungen helfen beide.
Meerwasser ist selbst bei tiefen und/oder eitrigen Wunden zur regelmäßigen Anwendung zu empfehlen. Meine Mutter, Chris und ich selbst haben dies im Eigenversuch bereits mehrfach erprobt. Es bewirkt eine saubere Wunde und langsame Heilung ohne Narbenbildung. Der Nachteil: "Salz in Wunde" brennt höllisch, zumindest am Anfang. Ich habe jedoch noch nie ausprobiert, ob eine Kochsalzlösung die gleiche Wirkung hat wie Meerwasser.
Zwiebelsaft als natürliches Antibiotikum wirkt gegen alles Mögliche. Beispielsweise Halsentzündungen, Ohrenschmerzen und und und. Ich hatte auch da erwartet, dass er in einer Schnittwunde böse brennt, zumal Schnittwunden ja sowieso immer brennen. Wider erwarten stillte der Saft aber den Schmerz. Ich kann diese Anwendung also bedenkenlos empfehlen.
Ähnlich gute Erfahungen haben wir auch schon mit Honig gemacht, den man auf Schürfwunden, Kratzer oder Schnitte auftragen kann, um Entzündungen zu verhindern und die Heilung zu beschleunigen. Allerdings ist das im Sommer etwas heikel, besonders im Freien, weil man damit gefräßige Insekten anzieht.*]

Wie ich gerade sehe, wird es nun doch nichts mit früh zu Bett gehen.

Mittwoch, 23. Juni 2010 | 01:21 Uhr | Tags: , ,


Der frühe Montag Morgen fand uns beide froh und munter. Nur das Wetter war grau, kühl und wie es sich für sie Ostsee gehört – windig.
- Was machen wir denn heute?
- Hm, weiß nicht. Strandspaziergang?
- Bei dem Wetter?
- Also ich brauche jetzt erst mal nen Milchkaffee.
- Das dachte ich auch gerade. Lass uns frühstücken, dann sehen wir weiter.
Im Frühstücksraum trafen wir auf ein Pärchen aus Thüringen, das gestern spät abends noch angekommen war. Man stellte sich gegenseitig vor, schwatzte über die Anreise, die Route. Ab Berlin gab es zwei Möglichkeiten, die Thüringer waren gerade weiter nach Norden in Richtung Rostock gefahren, während wir unterhalb Berlins schon nach Osten auf Frankfurt und erst dann weiter nördlich gefahren waren. Laut Routenplaner differieren beide Strecken um ganze drei Kilometer.
Wir halfen den Neuankömmlingen mit Pulverkaffee aus und gaben als "erfahrene" Polen-/Ostsee-Urlauber Tipps zu Ausflugszielen um und Einkaufsmöglichkeiten in Kolberg. Die Zeit verging wie im Flug, und ehe wir es uns versahen, war es elf Uhr. Höchste Zeit, noch etwas mit diesem Tag anzufangen. So machten wir uns wieder einmal auf den Weg, den Strand entlang, diesmal in entgegengesetzter Richtung zu gestern. Unser Ziel sollte ein Leuchtturm sein, den wir in der Ferne im Dunst ausmachen konnten.
Doch zunächst einmal schoss ich unzählige Fotos "Möwen an grauem Meer".
Möwen an grauem Meer
Möwen an grauem Meer
Als wir den Leuchtturm endlich erreichten, hatte der Wind die Wolken vertrieben und der Sonne Platz geschaffen.

Leuchtturm von Niechorze

Ich wollte unbedingt dort hinauf und kam dabei mächtig außer Puste. Die Aussicht jedoch belohnte diese Anstrengung. Nur Fotos lohnten sich nicht, da es immer noch recht diesig war.
Auf dem Rückweg entlang der leicht verwilderten Uferpromenande fanden wir noch diesen lustigen Gesellen.

Leuchtturm von Niechorze

Bei der Suche nach der günstigsten Kameraposition verhedderte ich mich im Gestrüpp und riss mir an einem stacheligen Ast die rechte Wade auf. Das Blut lief gleich in mehreren Bächen mein Bein hinunter. Da half nur eins: Kälte hin, Kälte her, ich musste ins Meer, denn Salzwasser reinigt Wunden und hilft bei der Heilung. Mit hoch gerafftem Rock, die Schuhe in der Hand, stieg ich in die Fluten. Nach dem ersten Schock war es gar nicht mehr sooo kalt. Den Rest des Weges legten wir dann barfuß im knöcheltiefen Wasser zurück.
Zum Abendessen gab es die Reste der Suppe von gestern, die wir mit ein paar Würfeln angebratener Salami aufgepeppt hatten. Dann schnappten wir uns eine Flasche Rotwein, die Katl von zu Hause mitgeschleppt hatte, hockten uns in die Dünen, gut eingehüllt in dicke Socken, Leggins unterm Rock und dicke Pullover und schauten dem Meer beim Schlafengehen zu.
Den Rotwein tranken wir abwechselnd aus der Flasche.

Und nun wieder der echte Urlaub in Gardenia.
Der frühe Montag Morgen zeigte sich grau, kühl und windig. Ich packte wieder einmal Taschen, diesmal mit mehr Sorgfalt, als an den vergangenen Tagen, denn ich wollte den Garten zu Fuß erreichen. Wenn man alles schleppen muss, überlegt man sich dann doch gründlicher, was man wirklich braucht. Dicke Kleidung und zwei kuschelige Decken gehörten unbedingt dazu. Außerdem Salat, Gemüse und diverse würzende Zutaten für Salat und Suppe.
Dann gönnte ich mir den virtuellen Ausflug ans Meer, den ihr gestern lesen konntet, sowie den Rückblick auf den Tag.
Und danach war es an der Zeit, endlich in die Gänge zu kommen, immerhin waren wir zum Frühstück im Garten verabredet. Die Sonne hatte inzwischen auch ausgeschlafen und kämpfte mit wärmenden Strahlen gegen die Kühle des Windes an.
Als ich mit Sack und Pack im Treppenhaus stand, kam meine Nachbarin aus ihrer Wohnung, angeblich, um zu schauen, ob sie ihren Fußabstreicher staubsaugen müsse. Tatsächlich ist sie eine sehr nette ältere Dame, die wohl ein wenig einsam ist und [zumindest mit mir] gern mal ein Schwätzchen unter Nachbarn im Treppenhaus hält. Das muss ja auch mal sein und kommt wegen meines unsteten Lebenswandels eher selten vor. Wir kamen vom Hundersten ins Tausendste, und es dauerte noch eine lange Weile, bis ich mich loseisen konnte.
So wurde das Frühstück im Garten eher ein Brunch, bei dem wir uns tüchtig die Bäuche voll schlugen [Katl hatte unterwegs leckere Käsebrötchen eingekauft] und über allen möglichen Unsinn so herzhaft lachten, dass Nachbar Ingo uns "Knallerbsen" nannte, wobei er jedoch Kichererbsen meinte. ;-)
Nach der Völlerei war Bewegung angesagt. Während Katl das Schaf über die Wiese schob… ähhhhm den Rasenmäher natürlich, bekämpfte ich die Verwüstungen auf dem Kräuterbeet, ihres Zeichens wildernde Brombeeren und überzählige Topinambur. Und dann, kurz bevor ich wegen der hoch stehenden Mittagssonne die Arbeiten einstellen wollte, verhedderte ich mich in den bereits abgeschnittenden Brombeerzweigen und riss mir die rechte Wade auf.
Ruckedikuh, ruckedikuh, Blut ist im Schuh…
Blut ist im Schuh...
Katl kam geflitzt, ordnete an, dass ich sofort das Bein hoch lege und gefälligst nicht mehr arbeite. Da wir gerade kein Meer zur Hand hatten, um die Wunde zu spülen, brachte Katl mir eine Zwiebel, deren Saft ein natürliches Antibiotikum enthält und somit zur Wundreinigung bestens geeignet ist.
Danach saßen wir in der Mittagssonne, die den Kampf gegen den Wind längst gewonnen hatte, schwatzten und strickten, Katl an ihrem Never-ending-Rock und ich an meinem Entwurf.
Nach dem Kaffee setzte ich mich mit 50g Bluefaced-Leicester-Fasern ans Spinnrad und zauberte ein hauchdünnes und dennoch weiches Fädchen.
Zum Abendessen peppte ich die Suppe von gestern mit angebratenen Salamiwürfeln und zwei Geflügelwienern auf, schnippelte eine Riesenschüssel Salat und Katl zauberte eine Flasche Bardolino aus den Tiefen ihres Rucksackes hervor.
Mit Sonnenuntergang wurde es kühl und wegen der Nähe zum Fluss auch feucht. Außer in sehr heißen, sehr trockenen Sommern sind die Nächte in Gardenia immer feucht. Doch mit all unseren Kuschelsachen und -decken waren wir dagegen bestens gewappnet, und so wurde es Mitternacht, bis wir uns zwischen Wiesen, am Fluss entlang auf den Heimweg machten.
Den Rotwein hatten wir übrigens aus hübschen alten Gläsern getrunken.
Abendrot über Gardenia
[*Der guten Ordnung wegen: Der Leuchtturm ist natürlich der von Niechorze, auf halbem Wege zwischen Pogorzelica und Rewal gelegen und von Kolberg aus unmöglich zu Fuß zu erreichen, zumindest nicht an einem Tag.*]

Dienstag, 22. Juni 2010 | 09:09 Uhr | Tags: , ,

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