…werde ich den Zusatz "Marktweib" wohl aus meiner Signatur streichen. Bisher hatte ich in diesem Jahr nicht einen einzigen Markt. Alles, was sich bisher bot, musste ich aus gesundheitlichen Gründen absagen. Im März und April waren es die Bronchien und die angeschlagene Lunge. Nun ist das wieder in Ordnung und am kommenden Wochenende sollte endlich meine diesjährige Marktprämiere beim Hafenstraßenfest in Meißen stattfinden.
Um meine Teilnahme an diesem Fest gab es bereits seit Dezember einiges… wie soll ich sagen? "Gerangel" wäre zu drastisch, aber Ungereimtheiten gab es schon. Zunächst erfuhr ich nur davon, weil eine Marktkollegin, die den Tipp weitergereicht hatte, in der Annahme, er sei bei mir angekommen, fragte, was ich davon hielte. Dann, als ich eine andere, mir sehr liebe, Marktkollegin und mich dort anmelden wollte, hieß es, wir wären bereits angemeldet. Dann kam erst mal meine Krankheit dazwischen und danach hieß es plötzlich: "So ein Pech, da sei man für diesen Markt angemeldet, und nun könne man gar nicht hin gehen, weil man außer Landes sei." Mein Angebot, den Markt zu übernehmen, wurde scheinbar freudig angenommen. Wieder etwas später erfuhr ich dann, man hatte nun doch eine andere Kollegin gebeten, den Markt zu übernehmen. Diese wiederum meinte, wir könnten das doch gemeinsam machen. Da hieß es plötzlich, ach, dafür wäre doch gar nicht genug Platz, denn man werde wohl selbst kommen, denn wahrscheinlich sei man dann ja doch wieder da.
Nun bin ich ja vielleicht ein bissel überempfindlich, höre das Gras wachsen und die Flöhe husten. Andererseits hab ich in den letzten Jahren ein paar Mal zu oft vertraut und deshalb erst gemerkt, dass man mich ausbooten wollte, wenn ich bereits im kalten Wasser lag. Das sollte mal irgendwann ein Ende haben. Zwar kann ich ganz gut schwimmen, aber mich immer aufs Neue freistrampeln zu müssen, kostet jedes Mal ein bissel mehr Kraft.
Wie dem auch sei: Jetzt ist es so, dass ich mit dem Evchen und ihrer Freundin sehr gern zu diesem Markt gefahren wäre und das auch unbedingt versucht hätte, zu erzwingen, egal, wie elend ich mich fühle. Nicht, weil es vorher dieses "Gerangel" gab, sondern weil Markt mit Evchen einfach Spaß macht, weil ich auch die Freundin gern mag UND weil ich keinesfalls das Evchen im Stich lassen wollte. Sie selbst aber hat mir dringend abgeraten, und sie hat guten Grund dazu. Sie ist nämlich vor zwei Jahren in einer ähnlichen Situation umgekippt und musste den Notarzt rufen. Und sie meinte, damit sei keinem gedient, wenn ich es erzwinge und dann knappe hundert Kilometer von daheim zusammen klappe. Womit sie leider recht hat.

Übrigens war ich natürlich heute Morgen bei der Ärztin. Sie gab mir auch gleich Medikamente mit. Ungeduldig, wie ich nun mal bin, erwartete ich sofortige Besserung, aber Evchen, die ja leider einschlägige Erfahrungen machen musste, klärte mich dann auf, dass das eine ganze Weile dauern kann. Hach.
Den übrigen Tag habe ich mit hochgelegten Beinen auf der Ottomane zugebracht und bin immer wieder eingeschlafen.
Passt mir gar nicht, diese Schlaffheit.
Mal sehen, wenn ich mich morgen früh ein bissel besser fühle, schnappe ich mir mein Strickzeug und setze mich an den Fluss, die Füße im kalten Wasser. Das sollte mir doch bekommen. Hoffe ich.

Mittwoch, 30. Juni 2010 | 20:07 Uhr | Tags: ,

…er kann gar nicht heiß genug sein. Und trocken. Naja, nicht unbedingt, es wäre schon ganz nett, wenn jede Nacht zwischen 2 und 4 Uhr ein Gewitter niederginge, das den Gärtnern das Gießen ersparen und der Landwirtschaft das dringend benötigte Wasser spenden könnte. Aber so klappt es ja meistens nicht.
Irgendwie freue ich mich, dass meine Wetterprognose, die ich im Mai für diesen Sonner abgegeben habe, bis jetzt zumindest zutreffend war.
Was mich gar nicht freut, ist meine gesundheitliche Verfassung. So sehr ich heiße Sommer mag, ich scheine ihn diesmal nicht zu vertragen. Meine Füße waren schon am frühen Morgen dick geschwollen, am Vormittag kam dann ein seltsames heftiges Herzklopfen hinzu, das gar nicht wieder aufhören will. Und mein Kopf fühlt sich an, als hätte jemand einen großen Topf darüber gestülpt. Nicht direkt Kopfschmerzen, mehr so ein Druck, der ebenfalls nicht verschwinden will.
Was kann man denn dagegen mache? Ich trinke viel. Hab schon zwei Kannen Früchtetee leergetrunken und werde gleich wieder welchen aufbrühen, damit er noch bissel abkühlen kann, bevor ich das nächste Mal großen Durst bekomme. Kalt geduscht habe ich auch schon. Dann hab ich es lauwarm versucht. Hingelegt hab ich mich, was den Druck bissel nahm, aber wirklich gut fühlte ich mich auch da nicht.
Wenn ich mich morgen noch so mies fühle, besuche ich gleich am Morgen meine Ärztin.
Und jetzt leg ich mich wieder hin.

Dienstag, 29. Juni 2010 | 15:58 Uhr | Tags: ,

…erst einmal fehlen noch zwei Bücher, die ich im Mai bereits ausgelesen hatte:
Und jeder tötet, was er liebt von Christine Westendorf
und
Ausgespielt von Sue Grafton

Engelsfluch von Jörg Kästner – Bücherei – 2 Pkte
Tod und Teufel von Frank Schätzing – Bücherei – 3 Pkte
Die Nadel von Ken Follett – Bücherei – 4 Pkte
Die Ratten von Nizza von Ken Follett – Bücherei – 4 Pkte
Möwengelächter von Kristín Marja Baldursdóttir – WB – 3 Pkte
Weißes Licht von Marina Heib – WB – 3 Pkte [aktualisiert am 05.07.2010]

Die Bemerkungen nach dem jeweiligen Titel besagen, woher ich das Buch hatte, wobei WB für Wanderbuch steht. Die Punkte stammen aus der dortigen Wertung, einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 die beste Wertung ist.

Montag, 28. Juni 2010 | 18:56 Uhr | Tags: , ,

…unser Urlaub. Der nicht realisierbare an der polnischen Ostsee und der als Ersatz angedachte im Garten. Letzteren hätten wir noch um einen Tag verlängern können, denn Katl hat heute noch frei und, wie sie sagte, auch nichts weiter vor. Aber mit mir verabreden mochte sie sich gestern nicht. Wahrscheinlich habe ich ein bissel zu oft über ihre gärtnerischen Fähigkeiten gemeckert, so dass sie mich nicht mehr ertragen kann. Ich kann aber auch meinen Mund nicht halten, was mich dann im Nachhinein ärgert. Warum kann ich sie denn nicht einfach machen lassen, wenn sie der Meinung ist, sie möchte das Unkraut, bevor sie es jätet, erst gießen, damit der Boden weich wird und sich das Unkraut dann besser herausziehen lässt? Warum muss ich ihr dann vorhalten, sie solle lieber die Tomaten gießen, statt des Unkrauts und zu dessen Bekämpfung besser mal eine Hacke oder den Grubber zur Hand nehmen? Ich meine, die Frau ist einige Jahre älter als ich, sie wird doch wohl wissen, was sie tut. Da brauche ich mich doch nicht hinstellen wie eine Rotzgöre und sie belehren. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie dann nicht unbedingt Lust hat, sich mit mir zu verabreden, wenn ich mich so benehme. Würde mir ja auch nicht gefallen.
Jetzt frage ich mich allerdings: Soll ich, oder soll ich nicht? … Heute raus gehen und den Tag im Garten verbringen. Immerhin ist die Wolle noch draußen, und mit dem Kräuterbeet bin ich auch noch nicht ganz zufrieden.

Pünktlich um 7 Uhr klingelte heute Morgen das Telefon. GabKo. Sie wollte mir nichts erzählen. Nur mal anklingeln. In der Folge hatte ich dann einen Teil der Arbeiten, die ich mir für heute vorgenommen hatte, ganz fix erledigt. Nur noch ein paar kleine Vorbereitungen, dann könnte ich das, was heute noch unbedingt erledigt werden muss, auch vom Garten aus tun, denn ob ich nun beim Telefonieren an meinem Schreibtisch hocke oder unter dem Apfelbaum, ist schließlich egal, oder?

Montag, 28. Juni 2010 | 09:37 Uhr | Tags: ,

Heimreise
Das Hafenfest in Kamp war super. Es war überhaupt eine gute Idee, es doch noch in den Urlaub einzubeziehen. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal bei einem Open Air Festival war. Evwigkeiten muss das her sein.
Ich war mir nicht sicher, ob es noch Karten geben würde, doch an der Abendkasse war noch einiges möglich. Nur Zeltplätze gab es keine mehr, was ich nicht anders erwartet hatte.
Einen günstigen Parkplatz fanden wir immerhin, und ich schlug Katl vor, in der Nacht nur noch so weit zu fahren, bis wir eine Autobahnraststätte erreichen würden. Ihr war alles recht, sie kann ja nicht fahren, so dass ihr nicht anders übrig bleibt, als sich nach mir zu richten. *kicher*
So hielten wir es dann auch und ich rollte mich auf der Rückbank zusammen, während Katl sich auf ihrem Sitz ausstreckte. Angeblich war ihr das bequem so.
Vielleicht hätte ich auch auf meinem Sitz bleiben sollen, denn kaum dass Aurora den Horizont rot färbte, wachte ich von Rückenschmerzen geplagt auf und hatte Mühe, meinen gar nicht mal so langen Körper [154 cm] zu entfalten. Ich vollführte neben dem Auto ein paar Lockerungsübungen, und es war mir völlig egal, wer mich dabei vielleicht beobachtete und sich scheckig lachte. Dann tapste ich in die Raststätte, um mich frisch zu machen.
Als ich zurück kam, schlief Katl immer noch. Ich aber startete und fuhr hinaus in den jungen Morgen und nach Süden, der Heimat entgegen.
Wie poetisch das klingt, dabei wäre ich am liebsten wieder umgekehrt.
Später wurde dann auch Katl munter, und wir beschlossen, dass es Zeit zum Frühstücken sei. "Stilgerecht" an einem bekannten Fast-Food-Restaurant. Immerhin schmeckt dort der Kaffee, was man leider nicht von allen Raststätten sagen kann.
Gegen Mittag trudelten wir daheim ein. Rechtzeitig, um noch ein wenig zu ruhen und sich dann im café esprit die deutsche Mannschaft im Achtelfinale anzuschauen.
Katl, die sich nicht für Fußball interessiert, wollte lieber im Garten nach dem Rechten schauen. Ich mochte das "Elend" nach einer Woche Urlaub lieber gar nicht sehen. Gewiss waren alle Gemüsepflanzen wegen Wassermangels eingegangen, während sich das Unkraut trotzig ausbreitete und womöglich sogar schon durch den Zaun hindurch wucherte.
So trennten sich nach einer Woche Urlaub unsere Wege. Katl ging in den Garten und ich ins esprit.

Für Sonntag, unseren letzten Urlaubstag in Gardenia, hatten wir nichts verabredet. Zwar hatte ich Katl gefragt, ob sie draußen frühstücken mochte, aber am Samstag Abend wusste sie das noch nicht so genau. Mir war das recht, vielleicht würde ich am Sonntag auch erst einmal ausschlafen.
Daraus wurde jedoch nichts, weil ich am frühen Morgen [gegen 6 Uhr] aus unerfindlichen Gründen mit Rückenschmerzen erwachte.
Ich bin gewiss nicht der Typ, der regelmäßig Frühsport treibt, aber an diesem Tag vollführte ich gymnastische Übungen, um meinen Körper zu entzerren und war heilfroh, dass mich dabei niemand sah. *kicher*
Dann packte ich zwei Taschen, eine mit Strickzeug und eine mit Lebensmitteln und machte mich auf den Weg in den Garten. Katl war nicht dort.
Da ich nicht gefrühstückt hatte [in der Hoffnung, das doch mit Katl gemeinsam tun zu können], wollte ich nun zeitig Mittag essen. Also baute ich meine "Küche im Grünen" auf, stellte alles bereit…

Szczecin

…und machte mich dann erst einmal über das Land her. Natürlich waren die Gemüsepflanzen nicht eingegangen, denn Katl hatte ihnen jeden Abend einige wenige Tröpfchen Wasser gegönnt. Nicht genug, um sie üppig sprießen zu lassen, aber immerhin leben sie noch und die in ihrer Anfangszeit heftig von Schnecken heimgesuchten Tomatenpflänzchen blühen sogar.
Selbst das Unkraut hält sich in Grenzen. Dennoch bestand dringender Handlungsbedarf, denn auf dem Kräuterbeet wuchert nicht nur alles heftig ineinander [was mir gut gefällt], sondern wächst auch durch den Zaun. Und das darf nicht sein! Jedenfalls nicht in unserem Gartenverein. Da wäre es chic, den halben Garten zu betonieren und die Blumen auf die Mauern zu malen, oder Plastikblumen aufzuhängen, wie es einer unserer Nachbarn tut. Aber wenn Akelei, Erdbeeren, Wicken, Oregano und Johanniskraut durch den Zaun lugen, gilt das als unordentlich und muss verschwinden. Und wenn dann auch noch Topinambur auf dem Kräuterbeet wachsen, ist das ganz schrecklich, denn dieser "Tabak" hat in einem Garten nichts zu suchen. Da nutzt es uns gar nichts, dass vor ein paar Jahren die Topinambur im Schaukasten des Vereins als DAS NEUE GEMÜSE gepriesen wurden, denn ganz offensichtlich weiß nicht einmal der gärtnerische Fachberater des Vereins, wie diese Pflanzen über der Erde aussehen.
Also war auf dem Kräuterbeet und am Zaun davor Aufräumen angesagt, was ich dann auch in Angriff nahm. Hat man einmal angefangen, findet man immer noch mehr, was man erledigen könnte. Doch irgendwann in der Mittagshitze brach ich die Arbeit dann ab, denn ich wollte unbedingt noch zwirnen, bevor ich am Nachmittag ins café esprit gehen wollte, um die deutsche Mannschaft im Achtelfinale zu erleben.
Der Hunger war mir infolge der Wärme vergangen. Also räumte ich Zutaten samt Küche wieder weg und setzte mich im Schatten des Apfelbaumes ans Spinnrad.
Am frühen Nachmittag tauchte Katl auf. Die Glückliche hatte bis elf geschlafen, wie sich das für einen Sonntag gehört. Ich kann das nie. Dafür war ich, nachdem wir nun doch so eine Art Brunch eingenommen hatten, so müde, dass ich ein kleines "Nickerchen" unter dem Apfelbaum hielt. 20 Minuten reichen mir vollkommen, um wieder fit zu werden.
Katl, die sich auch ausgeruht hatte, blieb noch im Garten, während ich mich auf den Weg machte ins esprit, wo ich zwei spannende Fußballspiele erleben konnte und von Jürgen noch ein ganz leckeres Abendessen serviert bekam. Schnitzel mit Bratkartoffeln klingt lapidar, aber was man unter diesem Namen im esprit bekommt, ist einfach nur lecker… uuuuund eine riesige Portion obendrein.

Sonntag, 27. Juni 2010 | 23:59 Uhr | Tags: , ,

Am Samstag Morgen fühlte ich mich seltsam. So, als sei alle Energie aus mir entwichen, wie die Luft aus einem undichten Ballon. Ich hatte keine Lust, mit Katl zu frühstücken, keine Lust, mit ihr den Strand entlang zu wandern. Dabei war sie so lieb, betüttelte mich von vorn bis hinten. Sie dachte, ich sei übermüdet, weil ich in dem weichen Bett nicht gut schlief. Ich ließ sie in dem Glauben, denn ich hätte ihr ohnehin nicht sagen können, was eigentlich mit mir los war. Ich wusste es ja selbst nicht.
Am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre heim gefahren. Dabei blieb uns noch ein ganzer Tag am Meer, denn die Heimreise wollten wir erst am Sonntag antreten.
Um dem Tag noch einen Sinn zu geben, schlug ich vor, nach Szczecin zu fahren. Katl stimmte zu, erfreut darüber, dass ich aus meiner Lethargie erwachte.

Szczecin

Szczecin

Szczecin

Weil wir mit der Fahrt nach Szczecin bereits einige Kilometer auf "Heimatkurs" hinter uns bringen würden, überredete ich Katl dazu, tatsächlich schon heute unsere Koffer zu packen und von Szczecin aus nicht wieder nach Kolberg zurück zu kehren, sondern an der Küste entlang bis nach Kamp zu fahren und dort das Hafenfest zu besuchen, wo Hans-Eckardt Wenzel spielt.

Entgegen meiner Ankündigung, am Samstag erst einmal auszuschlafen, war ich schon früh auf, tüftelte an einem Sockenmuster, das einfach nicht aufgehen wollte und frühstückte dann mit Chris, der an diesem Wochenende arbeiten muss. Obwohl die Sonne lockte, konnte ich mich nicht aufraffen, in den Garten zu gehen, sondern trödelte in der Wohnung herum. Die Tatsache, dass Christophs Arbeitskleidung gewaschen werden musste, nahm ich als willkommenen Anlass, daheim bleiben zu müssen.
Zwischendurch dachte ich immer mal daran, dass Katl nun wohl allein im Garten saß, konnte mich aber nicht mal zu einem Anruf durchringen, zumal ich keine Ahnung hatte, wie ich ihr meine seltsame Stimmung erklären sollte, von der ich noch nicht einmal wusste, woher sie rührte.
Gegen Mittag rief dann Katl an und meinte, sie wisse gar nicht, was mit ihr los sei. Sie sei wohl heute mit dem verkehrten Bein aufgestanden und bisher noch nicht in die Gänge gekommen, wolle nun aber trotzdem mal in den Garten, damit überhaupt noch etwas aus dem Tag wird.
Schon seltsam, dass uns beiden unabhängig voneinander gleichzeichtig so komisch zumute ist.

Es wurde 19 Uhr, bis ich mich endlich aufraffte, doch noch loszugehen. Der Hauptgrund war, dass ich unbedingt ins Freie wollte. Das hätte nicht unbedingt der Garten sein müssen, mir fiel aber auch nichts anderes ein. Zuerst einmal hielt ich noch im Supermarkt an. Samstags kurz vor Ladenschluss einzukaufen, scheint mein neues Hobby zu werden.
Im Garten schaffte es dann endlich, die zweten 50 Gramm der Bluefaces-Leicester-Fasern zu spinnen und sogar noch mit dem Zwirnen zu beginnen. So dünn das Garn ist, es bleibt weich.

Sonntag, 27. Juni 2010 | 08:40 Uhr | Tags: , ,

Freitag ist Badetag. So hatten wir es beschlossen. Es kann schließlich nicht angehen, dass man an der Ostsee Urlaub macht und nicht einmal ins Wasser geht. Das habe ich doch selbst damals im Februar [oder war es Januar?] in Ahlbeck hinbekommen, zugegeben, nur bis zu den Knien.
Und weiter kamen wir diesmal auch nicht. So faszinierend das Meer auch ausschaute, wirklich einladend war es nicht.

Ostsee

Nach einer laaaaaaangen Nacht, oder auch einer extrem kurzen, je nach Betrachtungsweise… jedenfalls nach einer Nacht mit sehr wenig und sehr unruhigem Schlaf zog es mich am Morgen nicht gerade nach Gardenia. Doch ich war nicht nur mit Katl dort verabredet, sondern hatte auch Janice versprochen, dass wir draußen frühstücken. Obwohl sich immer wieder Wolken vor die Sonne schoben, war es warm, beinahe drückend, so dass ich erst einmal für Janice das Badebecken wieder füllte und ihr allerlei Spielzeug mit ins Wasser gab.
Nach dem Essen schleppte ich diesmal auch Katl mit zum Fluss, wo ich gestern schon mit Janice gewesen war. Wir hatten eine tolle Stelle gefunden, an der man herrlich sitzen und planschen konnte. Wir verbrachten eine lange Zeit dort, während der sich Janice in eine Nixe verwandelte. Seht selbst.

Parthe

Parthe mit Nixe

Parthe mit Nixe

Freitag, 25. Juni 2010 | 23:46 Uhr | 

Der Donnerstag sollte so etwas wie ein Ruhetag werden. Die Sonne strahlte, aber zum Baden war es noch immer nicht warm genug. So brachen wir nach dem Frühstück auf, um die Natur in der näheren Umgebung des Ortes zu genießen.
Der Kiefernwald sah im Sonnenlicht richtig verzaubert aus. Ich hätte mich kein Bisschen gewundert, wenn zwischen den Bäumen plötzlich eine Fee aufgetaucht wäre. Ich sollte mal wieder ein Märchen schreiben.

Zauberwald
 
Zauberwald
Zauberwald

Am Abend boten dann Sonne, Wolken und Meer ein phantastisches Schauspiel. Wie man auf dem ersten der folgenden Fotos sehen kann, hat das Meer den Strand verschluckt. An den ersten Tagen waren es vom Strandcafé bis zur Wasserlinie mindesten 10 Meter. An diesem Abend aber gab es nur noch einen schmalen, von Sandsäcken gesicherten Streifen. Im Laufe des Abends wurde selbst der Sandsackwall immer wieder überspühlt, obwohl er unermüdlich erhöht und verstärkt wurde.

Sunset

Sunset
 
Sunset

Am Donnerstag sollte der Gardenia-Urlaub fortgesetzt werden, jedoch mit einer zusätzlichen Person. Janice wird nämlich am Wochenende mit ihrer Oma Renate für drei Wochen in den Urlaub fahren und Chris wollte sie gern vorher noch einmal sehen/ bei sich haben. Nun jongliert er aber gerade mit zwei Aufträge und versucht, allen gerecht zu werden. So hatte ich ihm angeboten, mich tagsüber um Janice zu kümmern. Nach verschiedenen Absprachen ergab sich für den Donnerstag, dass ich die Kleine am Morgen erst einmal in den Kindergarten brachte, wo sie noch eine "Urlaubsrunde" geben wollte. Eis für ihre Kindergartenfreunde. Danach musste ich erst noch einmal nach Hause, um mit Chris verschiedenes zu regeln und dann stand wieder der Garten auf dem Programm, wo ich mich wieder mit Katl zum Brunch traf. Aus dem Supermarkt hatte ich ihr noch Sprotten mitgebracht, weil sie die in Urlauben am Meer immer so gern isst und ich damit unsere Ostsee-Illusion aufrecht erhalten wollte.
Am Nachmittag holte ich dann Janice wieder ab und nahm sie mit in den Garten, wo wir bereits kleines Becken mit Wasser in die Sonne gestellt hatten.

Sunset

So sieht das aus, wenn man Janice sagt, sie soll sich ausziehen, weil sie ins Wasser darf. Da lässt sie alles fallen und liegen.
Wenn sie dann allerdings einen leeren Karton entdeckt, kommt sie auf allerlei Ideen.

Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste
Kind in Kiste

Am Abend kam dann Chris und heizte den neuen Grill an, den Katl beschafft hat. Dann wurde nach Herzenslust geschlemmt, und Janice, die sonst eher wie ein Mäuschen oder ein Spatz isst, verputzte drei Würstchen.

Freitag, 25. Juni 2010 | 02:33 Uhr | Tags: , ,

Am Mittwoch mussten wollten wir zeitig aufstehen, um den ersten Zug nach Rewal zu erwischen. So hatten wir diesmal den Frühstücksraum für uns allein und liefen nicht Gefahr, uns zu verplaudern.
Auf ging es in den Ort und zum Bahnhof, wo wir in dieses hübsche Bimmelbähnchen stiegen.

Bahn
 

Bahn

Im Sonnenlicht empfing uns der Bahnhof von Rewal.
Bahnhof

Kirche von Rewal
Vorbei an der eigenwilligen modernen Kirche schlenderten wir zur Promenade und ließen uns dort in einem der zahlreichen Cafés nieder, mit Blick auf die Fischerboote am Strand.

Fischerboote am Strand von Rewal

Fischerboote am Strand von Rewal

Bis zur Rückfahrt des Bimmelbähnchens bummelten wir durch den Ort und am Strand entlang.
Den Abend verbrachten wir bei seeehr gut gemixtem Camparisoda in der Strandbar, die wir für diesen Urlaub zu unserer Lieblingsbar erkoren hatten.

Strandbar am Strand von Pogorzelica

Den Mittwoch in Gardenia verbrachten wir überhaupt nicht im Garten. Nicht eine Minute waren wir dort, denn am Morgen kam Katl zu mir nach Hause, wo wir gemeinsam frühstückten, bevor wir nach Halle aufbrachen zum Strickstammtisch.
Ich habe mich so gefreut, die "Mädels" alle wiederzusehen, Katl war neugierig auf alle, die sie bisher nur aus Blogs oder von meinen Berichten kannte. Diesmal wurde es eine besonders große Runde, weil wir gleich drei "Neueinsteiger" hatten. Außer Katl kam nämlich noch Jana [aus Halle] hinzu und als nachträgliche Geburtstagsüberraschung für Uta auch noch Eva [aus Leipzig].
Es wurde geschwatzt, gescherzt, gestrickt, gehäkelt, geribbelt… oder doch nicht? Mein neues Oberteil, das ich von Sabinci bekommen habe, wurde gebührend bewundert. Allerdings habe ich vergessen, Uta um ein Foto zu bitten mit mir im Oberteil. Das müssen wir mal nachholen.
Wie immer verging die Zeit viel zu schnell.
Auf dem Heimweg machten Katl und ich noch am Supermarkt Halt und kauften für das Abendessen ein.
Was mag es wohl gegeben haben? Richtig: Fisch!
Den Abend verbrachten wir in sehr lustiger Runde im café esprit beim Fußball-Krimi Deutschland : Ghana.
Fotos habe ich von dem realen Urlaubstag nicht, obwohl ich die Kamera überall hin mitgeschleppt hatte.

[*Der guten Ordnung wegen: Das Bimmelbähnchen fährt nur von Pogorzelica nach Rewal, wo wir 2007 einen sehr schönen Tag verbrachten.
Das Strandcafé fanden wir natürlich am Strand von Pogorzelica, und es war damals wirklich unser Lieblingscafé.*]

Donnerstag, 24. Juni 2010 | 09:41 Uhr | Tags: , ,


Der Dienstag begann mit Sonne, aber wieder kalt. Wir trödelten ein wenig unentschlossen vor uns hin, was durchaus in Ordnung war, schließlich haben wir Urlaub. Katl kramte ihr Strickzeug hervor und setzte sich damit auf die Terrasse vor dem Frühstücksraum. Ich machte mir Notizen zu meinem Entwurf. Das Ideenbuch hat sich nämlich wieder angefunden.
- Aber den ganzen Tag will ich nicht im Quartier bleiben.
- Ich auch nicht.
- Außerdem müssen wir Gemüse kaufen.
- Wir haben doch noch Salat.
- Und was kochen wir am Abend?
- Wir könnten heute auch mal essen gehen.
- Auch wieder wahr.
Nach einer Weile, während der Katl emsig genadelt hatte und ich mit geschlossenen Augen vor mich hin träumte…
- Ich mach jetzt Kaffee, möchtest du auch?
- Oh ja, gern. Und danach gehe ich los.
- Wohin denn?
- In den Ort. Hier muss es doch auch Läden geben. Die können doch nicht für jede Prise Salz nach Kolberg fahren.
Die Sonne hatte inzwischen an Kraft gewonnen, doch sobald sich Wolken davor schoben wurde es wieder frisch.
Natürlich kam Katl mit in den Ort. Wir fanden einen kleinen Supermarkt und kauften ein paar Kleinigkeiten.
Nachdem wir diese abgeladen hatten, zog es mich unwiderstehlich ans Wasser.

Brandung

Brandung

Brandung

Unser Abendessen fanden wir dann in einem kleinen Fischrestaurant.
Brandung
Katl, vom Wind zerzaust. Wir ließen uns nicht davon abhalten, auf der "Sonnen"terrasse zu essen.
Heute Abend passiert nicht mehr viel. Für morgen haben wir einen Ausflug nach Rewal geplant.

Der Dienstag war ein etwas seltsamer Urlaubstag in Gardenia. Nachdem ich erst halb eins von dort nach Hause gekommen war, beschäftigte ich mich noch bis 2:45 Uhr damit, die fast 1000 Fotos aus unserem 2007-er Urlaub auf den PC zu packen, um meine geträumten Reiseberichte entsprechend bebildern zu können, inclusive Licht- und Witterungsverhältnisse. Hilfreich dabei ist zweifellos, dass das aktuelle Wetter von Kolberg sich nur unwesentlich von dem damals in Pogorzelica unterscheidet.
Nicht im Garten zu übernachten, bietet entscheidende Vorteile, wie den Luxus einer Waschmaschine uuuuund einer Badewanne. Beides nutzte ich ausgiebig, nachdem ich gegen 7:15 Uhr schon wieder aus dem Bett gepurzelt war. Zwei Trommeln Wäsche und danach ein ausgedehntes Bad.
Danach schlenderte ich in den Garten, wo Katl gerade den Frühstücks-[Brunch-]Tisch deckte. Der Minigrill, in dem wir Semmeln aufbacken wollten, versagte den Dienst, was uns nicht weiter störte, denn Not macht bekanntlich erfinderisch, so dass wir nach etwas Improvisation doch noch zu knusprigen Brötchen kamen.
Die Sonne hatte inzwischen so viel Kraft entwickelt, dass wir nach dem Essen doch wieder unter den Apfelbaum umzogen. Katl schwang die Stricknadeln. Ich wollte eigentlich spinnen, nickte aber erst einmal ein. Kein Wunder, denn nach meiner Fotoaktion in der Nacht war ich so durchgefroren, dass ich noch fast 2 Stunden brauchte, um wieder warm zu werden und endlich einschlafen zu können. Das machte sich nun bemerkbar.
Am Nachmittag wollte ich ursprünglich ins esprit zum Fußballgucken. Schließlich halte ich, wenn sie nicht gerade gegen Deutschland antreten, auf die Mexikaner [erwähnte ich wohl schon]. Dann aber hielt mich eine unbekannte Macht am Spinnrad fest.

Bluefaced Leicester

Gern wäre ich bis zum Dunkelwerden im Garten geblieben, hätte die zweiten 50 Gramm Bluefaced Leicester versponnen und vielleicht sogar gezwirnt. Dann aber fiel mir ein, dass ich, weil es ja so nicht geplant war, gar keine dicken Kleidungsstücke, keine Kuscheldecken, ja nicht einmal Socken dabei hatte.
Entenküken
So beschloss ich, ebenfalls zusammen zu packen, als Katl gehen musste, um an einer Vereinsversammlung teilzunehmen. Das ist das Problem an Urlauben daheim. Bist du verreist, dann ist das eben so. Bleibst du aber am Ort, erwartet jeder, dass du alle Verpflichtungen wahrnimmst, schließlich bist du ja da. Kein Mensch akzeptiert, dass du eigentlich Urlaub hast.
Auf dem Heimweg schaute ich noch beim Supermarkt vorbei. All die Gedanken ans Meer hatten mir riesigen Appetit auf Fisch gemacht. Daheim angekommen, schnippelte ich aus Apfel, Zwiebel, Gewürzgurken und Matjes einen leckeren Salat zusammen, den ich inzwischen verputzt habe.
Ein drittes Mal an diesem Tag wurde die Waschmaschine gefüttert.
Heute gehe ich mal früh [vor Mitternacht] ins Bett.
Für morgen haben wir einen Ausflug nach Halle geplant.

[*Übrigens: Die im letzten Beitrag genannten Hausmittel gegen äußere Verletzungen helfen beide.
Meerwasser ist selbst bei tiefen und/oder eitrigen Wunden zur regelmäßigen Anwendung zu empfehlen. Meine Mutter, Chris und ich selbst haben dies im Eigenversuch bereits mehrfach erprobt. Es bewirkt eine saubere Wunde und langsame Heilung ohne Narbenbildung. Der Nachteil: "Salz in Wunde" brennt höllisch, zumindest am Anfang. Ich habe jedoch noch nie ausprobiert, ob eine Kochsalzlösung die gleiche Wirkung hat wie Meerwasser.
Zwiebelsaft als natürliches Antibiotikum wirkt gegen alles Mögliche. Beispielsweise Halsentzündungen, Ohrenschmerzen und und und. Ich hatte auch da erwartet, dass er in einer Schnittwunde böse brennt, zumal Schnittwunden ja sowieso immer brennen. Wider erwarten stillte der Saft aber den Schmerz. Ich kann diese Anwendung also bedenkenlos empfehlen.
Ähnlich gute Erfahungen haben wir auch schon mit Honig gemacht, den man auf Schürfwunden, Kratzer oder Schnitte auftragen kann, um Entzündungen zu verhindern und die Heilung zu beschleunigen. Allerdings ist das im Sommer etwas heikel, besonders im Freien, weil man damit gefräßige Insekten anzieht.*]

Wie ich gerade sehe, wird es nun doch nichts mit früh zu Bett gehen.

Mittwoch, 23. Juni 2010 | 01:21 Uhr | Tags: , ,

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