Samstagsplausch {03.02.2018}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen. Schön, dass ihr wieder bei Andrea versammelt seid.
Was soll ich euch von der vergangenen Woche erzählen? Ungewohnt war sie, da ich wegen der schlechten Auftragslage nur am Montag, Mittwoch und Freitag in der Firma war. Dienstag und Donnerstag hatte ich frei und plante beide Tage für eine Räumaktion ein, die leider nicht so erfolgreich war, wie ich das gern gehabt hätte. In Zukunft muss ich das etwas anders machen, großzügiger aussortieren vielleicht. Oder ich richte das Räumen als Dauerveranstaltung ein, wie es die liebe Plaudertasche Freya gemacht hat mit ihrer Minimalismus-Challenge.
Am Montag, 29. Januar habe ich einen neuen Laden entdeckt. Das heißt, ich habe ihn gefunden, weil Kursteilnehmer mich darauf aufmerksam machten. Es gibt da sehr günstige Lebenmittel und ich habe dort Wurstsorten gefunden, die ich noch überhaupt nicht kannte. Interessant.
Über den Dienstag, 30. Januar hatte ich schon berichtet. Es war ein recht schöner Tag.
Die restlichen Wochentage waren leider von schwermütigen Grübeleien umschattet, auch wenn ich versuchte, mir diese nicht anmerken zu lassen. Inzwischen habe ich mich dazu durchgerungen, mich am Dienstag beim JobCenter anzumelden. Sobald die Auftragslage besser wird oder eine der anderen Firmen, bei denen ich angefragt habe, einen Auftrag für mich hat, bin ich da wieder weg. Aber erst einmal muss ich meine Anträge stellen, damit, wenn der schlimmste Fall eintritt, ich noch eine Chance habe, wenigstens meine Miete zu bezahlen. Nicht schön, das Ganze, gar nicht schön. Aber vielleicht werden die Existenzsorgen dann etwas geringer, so dass ich nachts wenigstens wieder schlafen kann.

Heute ist Samstag, 03. Februar und ich schaue bei Andreas Plauschrunde rein, um zu sehen, was euch die Woche gebracht hat.

13 Gedanken zu “Samstagsplausch {03.02.2018}

  1. Liebe Mira, ach das hört sich garnicht gut an. Existenzängste sind sehr sehr schlimm. Ich drücke Dir die Daumen, das es bald wieder aufwärts geht. Toi toi toi. Lieben Gruß Sylvia

    1. Danke Sylvia,
      ja, es muss wieder besser werden. Der Gang zum Amt ist ja als Rettungsleine gedacht, die ich vielleicht hoffentlich gar nicht brauche. Vielleicht stellt sich in ein paar Wochen heraus, dass es gar nicht nötig gewesen wäre. Ich kann nur nicht tatenlos warten, dass sich etwas neues ergibt. Also versuche ich jetzt erst einmal, mich abzusichern.
      Abmelden kann ich mich da ja jederzeit wieder.
      Liebe Grüße
      die Mira

    1. Das hoffe ich auch, liebe Sabrina.
      Ich habe auch so einiges angeschoben, damit ich auch im April arbeiten kann.
      Nun muss ich sehen, was es bringt.

      Danke für die guten Wünsche
      die Mira

  2. Ich weiß genau, was du meinst und wie du dich fühlst und wünsche dir viel Glück und Kraft.

    Vielleicht ist es dir ein Trost, zu wissen, dass es viel, viel mehr Leuten ähnlich ergeht wie uns, nur man hört und liest kaum etwas darüber und man sieht sie nie. Zum einen, da in Phasen des Aufschwungs und des Gutergehens sich niemand gerne an die eigenen Durststrecken erinnern möchte und sie verdrängt, zum anderen wollen viele davon nichts wissen, sehen sie doch Angehörige und Freunde ebenso in unsicheren Häfen liegen. Man ahnt, dass es auch schnell und leichter als gedacht einen selber treffen kann. Und schließlich gibt es jene, denen es materiell blendend geht aber deren Weltsicht durch die Realität bedroht wird.

    Nicht wenige missverstehen existenzbedrohende Situationen als ein eigenes Versagen und verstecken es; sie sitzen gut gekleidet draußen am Tisch eines Cafes und zahlen mit großzügigem Trinkgeld die Rechnung von ihrem allerletzten Geld oder sie zwacken dafür sogar vom eigenen Essen bzw. den notwendigsten Dingen die Mittel ab. Sie huschen mit eingezogenen Köpfen schnell durch Eingangsbereiche des Arbeitsamtes oder einer Tafel aus lauter Sorge, von irgendwem erkannt zu werden. Denn auch wenn niemand es selber sein will, so gibt es eben reichlich von den sensationslüsternen Tratschen, die nichts anderes zu tun haben, als sofort die Nachbarschaft zu informieren: „Haste schon gehört, der/die XY war beim Amt…“.

    Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Gründe, Existenzängste auszublenden, Theater zu spielen oder sich zu verstecken. Ich danke dir dafür, dass du es zum Teil hier öffentlich machst. Es muss nicht jeder alles wissen, es bedarf keiner intimen Details, doch das Grundübel der Bedrohung unserer Seelen geht uns alle an, denn es betrifft am Ende jeden einzelnen von uns. Die Alleinlebenden, Selbstständigen, Alleinerziehenden usw. trifft es lediglich zuerst.

    Es wird sich bei dir zum Guten wenden, davon bin ich überzeugt. Alles wird gut, liebe Mira, doch das Leben auf dem Grat, immerzu entlang eines schmalen unsicheren Pfads und von Abgründen bedroht, wird uns allen wohl noch Jahrzehnte lang bleiben.

    1. Ja, lieber Georg, ich weiß, dass es vielen Menschen so ergeht. Ein Trost ist das natürlich nicht. Eher im Gegenteil, denn je mehr Menschen diese Sorgen haben, um so schwieriger wird es für den Einzelnen, dem Abhilfe zu schaffen.

      Als du schriebst: „…das Leben auf dem Grat…“ fiel mir sofort „living on the edge“ von Aerosmith ein. Bezeichnenderweise beginnt der Text mit der Zeile
      There’s somethin‘ wrong with the world today
      Muss man noch mehr sagen?

      An der Wende zum Guten arbeite ich. Danke für deinen Zuspruch.
      Beste Grüße
      die Mira

  3. Liebe Mira, gib nicht auf. Ich war 26 Jahre selbstständig. Es gab die Zeiten wo ich dachte: wenn jetzt nicht jemand mit einem Auftrag reinkommt…dann. Dieses Gefühl kann einen auffressen. Ich finde es absolut richtig, dass Du bereits vorbaust und ein Auffangnetz einziehst! Alles Liebe, Petra

    1. Genau, liebe Petra, der Gang zum Amt ist das Sicherheitsnetz, das ich am Ende hoffentlich gar nicht brauche. Nur will ich es in der Zeit schon aufspannen, damit ich nicht ungebremst auf den Boden krache. Lieber melde ich mich später wieder ab und zahle gegebenenfalls Leistungen zurück, als dass ich meiner Vermieterin erklären muss, dass und warum ich nicht zahlen kann.
      Die Hoffnung, dass es bald wieder aufwärts geht, gebe ich natürlich nicht auf.
      Liebe Grüße
      die Mira

    1. Danke liebe Ingrid.
      Heute ist nun der Tag, an dem ich zum Amt wandere, um mir Unterstützung für eine unsichere Zukunft zu holen.
      Und dann muss man weitersehen.
      Liebe Grüße
      die Mira

  4. Liebe Mira,

    deine Sorgen kann ich gut verstehen, denn es ist sicherlich sehr schwer, selbstständig zu sein und davon leben zu müssen. Deshalb war ich während meiner Wolle-Färbe-Zeit froh, einen Hauptjob zu haben. Ich drücke dich und ganz fest die Daumen, dass sich bald etwas für dich ergibt.

    Liebe Grüße von Catrin.

    1. Danke für’s Daumendrücken, liebe Catrin.
      Ich habe mich in Halle beworben. Mal sehen, ob es klappt.
      Liebe Grüße
      die Mira

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