Mittwoch, 30. November 2005, 23:48 Uhr
Verschlafen. Bis 7.36 Uhr. Das passiert mir sonst nur unter dem Einfluss Blechschmidtscher Schlafhormone. Kein Druck, keine Anspannung, kein ich-muss-noch...
Mit Chris Kaffee getrunken, unzählige Tassen, und darüber vergessen, dass ich in die Wanne wollte. Kurz nach 10 losgestürmt zu Sarahs Schule, wo die Kleine heute Prüfung in Fußpflege hatte und ich ihr Model war. Jaha, auch eine Frau Mitte 40 mit ebenso vielen Kilo Übergewicht taugt noch als Model *g*. 2 Stunden Prüfungsstress für Sarah, 2 Stunden pure Entspannung für mich. So wohl habe ich mich auf meinen Füßen schon ewig nicht mehr gefühlt.
Die Neue Wohnung von Sarah und Chris besichtigt. Morgen ziehen sie offiziell ein, aber sie haben noch keine Küche, weil Caro sich nicht an ihre Zusagen gehalten hat.
Niska banja ist einfach zu schön. Das muss ich jetzt noch ein paar mal anhören.
Danach [nach der Wohnungsbesichtigung] endlich zum Lidl, Leergut verteilen. Hab gut eingekauft für ganze 5 Euro. War ne Menge Leergut. Auf dem Parkplatz erwischte mich ein Anruf von SuMar. Ob ich einen Dienst haben möchte und [Axxx] sucht händeringend Leute. Noch immer auf dem Parkplatz Frau A. angerufen und mir alle Dienste geschnappt, die ich im Dezember noch bekommen konnte. "Wie kann ich denn das wieder gut machen?" "Indem Sie mir im Januar genauso viele Stunden geben!" "Das verspreche ich Ihnen!" - Hatte ich irgendwann überlegt, vielleicht doch zu [Lxxx] zurück zu gehen, wegen des Geldes? *ggg*
Keine Sorge, ich übernehme mich nicht. Das ist ein Job, der Spaß macht. Der würde mich nicht mal bei 300 Monatsstunden stressen. Nachdem ich die Dienste angenommen hatte, fühlte ich mich noch entspannter, als vorher schon, hat sich doch meine Entscheidung, den ungeliebten Job sausen zu lassen, als richtig erwiesen.
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Mittwoch, 30. November 2005, 22:52 Uhr
...als die gestern empfohlene Lakatos Live From Budapest finde ich As Time Goes By. Wer reinhören möchte, findet hier von jedem Titel immerhin 1.30 Minuten, also eine ganze Minute mehr, als bei amazon.de. Man muss allerdings etwas scrollen - oder aber die interessante Lebensgeschichte des Roby Lakatos lesen, falls man sie noch nicht kennt.
Ich stelle eben fest, dass ich wohl überhaupt nicht mehr Guru-konform bin. Gegen Zigeuner hatte er doch auch schon mal was... *grübel*.
@Georg
Du hast recht, ich bin bei mir. Hab mich zurück gefunden.
@Gerhard
Auch Du hast recht, ich muss nach Eger. Übrigens, wenn ich Ungarn sage, meine ich Eger in erster Linie.
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Dienstag, 29. November 2005, 20:09 Uhr
... bloß nicht!
Die Kisten sind gepackt. Komplett. Ich habe weniger Kisten gebraucht, als ich dachte. Einiges weggeworfen und einiges gefunden. Vor allem die alten Reisetagebücher. Das aus dem Sommer vor 18 Jahren habe ich gelesen. Hätte es besser nicht getan, bin allerdings zu einem Schluss gekommen, der die sentimentale Stimmung wert ist: Ich hatte ein schönes Leben bisher. Allerdings ist es dringend an der Zeit, dass mal wieder etwas geschieht, das meinen Alltagstrott unterbricht. Oder anders: ich sollte meinem Alltag unbedingt wieder diese Würze verleihen, die er damals hatte.
Ja, ja, ich weiß, damals war alles anders, damals badeten wir noch in der Saale, gell Schatzi?! Aber so weit zurück müssen wir ja gar nicht. SuShe meinte gestern:"...als wir im Sommer in meiner Bude hockten und Zigeunermugge hörten..." Dieser halbe Satz geisterte mir noch heute Vormittag durchs Hirn, ich begann zu suchen und höre nun schon den ganzen Tag Roby Lakatos. Ganz anders als das, was SuShe meinte, versetzte es mich in jene besondere Stimmung irgendwo zwischen Erinnerung, Sehnsucht und den-Augenblick-genießen. Ich muss zurück nach Ungarn. Ich muss unbedingt im kommenden Sommer dort hin. Mit SuShe wäre ideal. Wir hatten das Thema gestern Abend.
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Dienstag, 29. November 2005, 10:59 Uhr
...warum Chris nicht kommt. Er hatte etwas von 6.30 Uhr gesagt. Klar, es können sich Pläne ändern. Aber irgendwie komme ich mir verlassen vor. Dabei hab ich die Kisten ja noch gar nicht fertig gepack. Ich weiß auch nicht, wieso das so lange dauert. Klar muss ich tausend kleine Dinge in die Hand nehmen, schauen, ob ich sie noch brauche und zuordnen, in welcher Kiste sie am besten aufgehoben sind, damit ich sie später wiederfinde. Das dauert schon seine Zeit. Dennoch bin ich unzufrieden mit mir.
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Montag, 28. November 2005, 08:01 Uhr
...war sehr schön, sehr erholsam.
Nachdem ich verzweifelt versucht hatte, wenigstens die Adventsgrüße auf der Vereinshomepage unter zu bringen, ging ich zu Mutti und Heiner zum Frühstück. Schon der Spaziergang dort hin war entspannend, wenn ich einen Umweg lief, weil ich so in Gedanken vertieft war, dass ich den richtigen Abzweig verpasst hatte.
Worum die Gedanken kreisten? Um die Firma und das Gefühl, dass 2 Wochen Urlaub nicht ausreichen und ich mir schon wieder Stress mache, wenn ich nur daran denke, nach den 2 Wochen wieder dort hin zu müssen. Es sind nicht die 220 Stunden im Monat, die mich so fertig machen, es ist das Mobbing. Ich muss das wirklich nicht haben. Shay meinte gestern Nachmittag in einem sehr angenehmen Telefonat "Es sind die Guten, die gemobbt werden...von Leuten, die anders nicht gegen sie ankommen." Nunja, so jemand dürfte doch dann keine Schwierigkeiten haben, einen anderen Job zu finden. Ein paar Eisen hab ich ja schon wieder ins Feuer gelegt. Nun müssen sie nur noch heiß werden, damit ich sie schmieden kann.
Mutti meinte, eigentlich würde sie mir gern etwas sagen zu dem Thema. Eigentlich... Ich drängte, sie solle sich äußern. "Naja, eigentlich würde ich sagen. Du musst da weg. Du solltest überhaupt nicht wieder hin gehen, außer, um den Firmenschlüssel abzugeben. Aber wenn ich mir dann vorstelle, dass es Dir finanziell schlecht geht, dann machst Du mir vielleicht Vorwürfe. Andererseits hat es keinen Sinn, wenn Du dabei krank wirst."
Ich habe mich entschlossen, diese Woche überhaupt nicht mehr darüber nachzudenken. Ich gehe einfach davon aus, nach Ablauf der beiden Urlaubswochen tatsächlich den Schlüssel abzugeben. Dann habe ich wenigstens die Chance, mich zu erholen. Sollte ich in der zweiten Woche zu dem Schluss kommen, dass ich mich genug erholt habe, um mich dem Mobbing wieder zu stellen, kann ich meine Entscheidung immer noch revidieren.
Den Nachmittag verschlief ich. Schließlich habe ich den Schlafmangel von vielen Wochen nachzuholen. Am Abend kamen die "Kinder". Es war ein schöner Abend, mit Räucherquarzen, Tee und weihnachtlichem Naschwerk. Ganz nebenher habe ich ein Viertel Socke gestrickt, die ich SaBut schenken will. Und dann war ich recht früh schon wieder im Bett. So gegen 23 Uhr, was für mich wirklich früh ist.
Und nun hab ich Frühstückshunger, aber Chris ist noch nicht da.
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Montag, 28. November 2005, 07:29 Uhr
...sind kunterbunt und hektisch und nicht immer angenehm. Sie handeln von Arbeit und davon mich, unsinnigen Entscheidungen beugen zu müssen und dann für die Fehler der anderen Prügel zu bekommen. Aber immerhin träume ich überhaupt. Für mich ist das immer ein Zeichen dafür, dass ich beginne, seelisch aufzuarbeiten, zu verkraften. Etwas bedrückend noch, dass ich nachher in der Firma anrufen und mich krank melden muss, nur damit mein Chef vor den anderen nicht in Erklärungsnotstand gerät, weshalb er mich frei gibt, wo doch Frau S. entschieden hat, dass ich erst im Januar Urlaub nehmen darf. :o(
Heute ist Kistentag. Chris kommt nachher zum Frühstück. Danach will ich die letzten Kisten mit dem Krempel im anderen Zimmer packen, und er soll/will/wird sie auf den Dachboden tragen. 16 bis 0 Uhr habe ich dann Dienst bei [Oxxx]. Gemeinsam mit SuShe. Das wird schön.
Für die nächsten Tage steht noch der komplette Relaunch der Vereinsseite an. Es gibt so viel Änderungswünsche, die Struktur betreffend, dass sich dies anbietet. Außerdem ist wohl einiges "zerschossen", so dass ich gestern nicht einmal die Adventsbotschaft hochladen konnte, ohne größere Basteleien. Letzteres liegt wohl daran, dass HaJüRü über den Sommer, als ich kein Internet hatte, versucht hat, die Seite am Leben zu erhalten. Dafür, dass er fast kein HTML kann und mit CSS und PHP überhaupt noch nie etwas zu tun hatte, waren seine Leistungen diesbezüglich beachtlich. Ich bin heilfroh, dass er das damals gemacht hat. Nun aber ist es an der Zeit, wieder aufzuräumen. Wieviel Arbeit so etwas macht, ahnen die anderen nur. Aber sie bauen darauf, dass ich ja Urlaub habe. Hm, das dürfen sie. Ist ja auch verständlich. ABER, Mädels und Jungs, ich hab den Urlaub nicht genommen, weil ich noch Urlaubstage übrig hatte, sondern weil ich total überarbeitet war und die Auszeit dringend brauchte. Und von einem einzigen Sonntag bin ich noch nicht erholt. Bitte, bitte habt Verständnis, dass ich die Umgestaltung Stück für Stück vornehme.
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Sonnabend, 26. November 2005, 10:34 Uhr
...Ob es gut und richtig ist, was ich gerade tue. Oder was ich gestern getan habe und am Mittwoch. Aber es fühlt sich gut und richtig an. JA!
Und was hab ich getan? Ich habe gekündigt. Einen gut bezahlten Job, einen dauerhaften. Einen, bei dem ich jeden Tag hingehen konnte, nicht nur stundenweise und bei dem ich reglemäßig jeden Monat Geld bekam. Gutes Geld. - Ich habe einen Job gekündigt, bei dem ich jeden Monat um die 220 Stunden geschrubbt habe, den ich morgens um 6 begann und nicht vor 18 Uhr beenden konnte, oft später. Einen Job, der mir durch permanentes Mobbing zur Hölle gemacht wurde und mich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte. Einen Job, vor dessen bedrückendem Hintergrund ich die Nacht- und Wochenenddienste bei [Oxxx] inzwischen als angenehmen Zeitvertreib, als Erholung betrachte.
Der Chef meinte, er würde es sehr bedauern, wenn ich wirklich gehe, denn er schätze meine Arbeit. Ob ich in meinem jetzigen Aufgabengebiet vielleicht deshalb nicht glücklich sei, weil ich in den kreativen Bereich zurück wolle? Ich weiß nicht, welches Angebot er mir unterbreiten wollte, hätte ich seine Vermutung bestätigt. Ich will es auch gar nicht wissen. Mein einziger Wunsch am Mittwoch Abend bestand darin, zu gehen und nie mehr zurück kommen zu müssen.
Wir einigten uns auf 2 Wochen Urlaub - ab Montag. Weil er erst ab Montag jemanden hat, der mich vertreten kann.
Was heißt eigentlich Urlaub? Ich nehme frei. Da ich Freiberufler bin, bekomme ich null-komma-nichts bezahlt. Ich könnte krank sein, ich könnte weg fahren, gar auswandern. Es wäre egal. Es müsste egal sein.
Und nach den zwei Wochen? Wieder in die Tretmühle? Dann würde alles von vorn beginnen. Nicht ganz vielleicht, weil ich ausgeruhter wäre. Aber der Stress war ja nicht, was mich fertig gemacht hat. Und das Mobbing würde nicht enden. Also brauchen wir eine Lösung. Das einfachste für mich wäre, nicht wieder hin zu gehen. Ab Januar könnte ich einen neuen Job haben. Zwischenzeitlich bleibt mir [Oxxx]. Die Vorweihnachtszeit zu genießen, könnte mir gewiss nicht schaden. Ich wäre ausgeruht für den neuen Auftrag. Aber er wollte mich ja nicht gehen lassen. Wollte es wirklich nicht, sonst hätte er nicht nach Lösungen gesucht. Ich bot ihm eine. "Ich liebäugle eher mit dem Vertrieb." Er bekam große Augen. "Ich statte Sie aus. Auto, Handy, was immer Sie brauchen. Sie können sofort umsteigen, wenn es das ist, was Sie wollen." Ich bremste. "Nicht sofort! Die zwei Wochen brauche ich erst einmal. Auto und Handy habe ich. 'nen Laptop vielleicht. Aber auch nicht sofort. Nicht gleich am Anfang."
Als er gestern ging, vergewisserte er sich noch einmal: "Es bleibt bei dem, was wir verabredet haben? Ab Montag?" "Es bleibt dabei!" Ich werde mich krank melden. So ist es einfacher für ihn. "Am Ende müssen wir uns überlegen, wie wir weiter verfahren wollen. Sie haben ja keinen Arbeitsplatz für mich. Aber ich könnte von zu Hause aus..." "Das sowieso! Sie machen Homeoffice! Vielleicht legen Sie hin und wieder einen Bürotag ein. Das müssen Sie wissen."
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Sonnabend, 26. November 2005, 08:20 Uhr
Eben habe ich versucht, einen neuen Eintrag zu schreiben, aber mein Weblogscript lässt mich gerade bis zur Passworteingabe kommen, dann streikt es. Verweigert den Zugriff der Gestalt, als hätte ich ein falsches Passwort eingegeben. Ich hab das Script noch mal hochgeladen, ich hab die Schreibrechte überprüft. Nix, nada.
Um zu testen, ob ich mir bei Basteleien [zu denen ich ja gar keine Zeit hatte, aber frau kann ja mal an ihren eigenen Leistungen zweifeln] das Script zerschossen habe, lud ich es jetzt auf einen anderen Server. Und siehe da, es liegt definitiv nicht am Script.
Fragt mich lieber nicht, wie ich den Eintrag jetzt hier her bekommen habe. Umständlich hoch drei und ohne FTP Zugang nicht zu realisieren, was heißt, ich kann nicht mehr von unterwegs aus bloggen. :(
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Sonntag, 20. November 2005, 21:22 Uhr
...blöde E-Mails, ein lieber Anruf, liebe E-Mails. Wenn man meint, mich unter Druck setzen zu können, nun, man soll es versuchen. Üblicher Weise mache ich dann dicht. Die Burschen ahnen wirklich nicht, was eine Vereinshomepage für Arbeit machen kann, besonders, wenn Strukturveränderungen erforderlich sind gewünscht werden.
So, wie auf dem Bild schaut es übrigens in meiner Küche aus.
Ich hab, als ich den Film sah, keine Rezension geschrieben. Zu überwältigt. Nicht vom Film. Vom Gefühl, Lebensgefühl, das er vermittelte. Zwischen den Szenen. Erinnerungen an ein Leben, mein Leben. Kaum jemand, der es verstehen wird. Mancher vielleicht, der selbst schon jemals in einem Tourbus saß. Ulli wahrscheinlich, der immer noch - manchmal - hier liest. Wer es versuchen will, zu verstehen, findet hier eine Liste der Städte, in denen der Film überhaupt gespielt wird.
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Sonntag, 20. November 2005, 19:16 Uhr
...ein Telefonat mit Mutti. "Du lässt Dir viel zu viel gefallen. Welcher Freiberufler muss denn einen Antrag stellen auf Urlaubstage, die er nicht bezahlt bekommt? Geh hin und setzt Deinen Auftraggeber in Kenntnis, wann Du nicht arbeiten kannst oder willst. Du musst das nicht begründen. Wenn er ablehnt, kannst Du ihn immer noch an seine Versprechungen vor dem Vertragsabschluss erinnern. - Und wenn er Dich darauf hin entlässt, nun, Du sagst ja selbst immer, dass es immer weiter geht. Außerdem glaube ich nicht, dass er so bereitwillig auf Deine Mitarbeit verzichtet."
Es tat gut, dieses Gespräch. Genauso gut, wie der Nachmittag mit Sarah und Chris, mit Räucherharzen und Tee und jetzt am Abend endlich Hansen.
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Script by Alex