Donnerstag, 31. März 2005, 07:41 Uhr
...im Gegenteil. Ich hab wieder richtig viel zu tun. So viel, dass ich Termine für Vorgespräche schon in die nächste Woche verlegen musste, weil ich sonst nicht mehr hinterher komme.
Und ich habe mir selbst etwas versprochen. Ich arbeite täglich nicht mehr als 10 Stunden, wobei ich Rechnungen schreiben, Steuererklärungen und andere Verwaltungsaufgaben mit zur Arbeit rechne, weil das Dinge sind, die einfach ohne meinen Job nicht erforderlich wären, demzufolge also zum Job gehören.
Chris meinte, ich solle endlich mehr für mich tun, einfach zu meinem Vergnügen. Das fällt immer hinten runter, und wenn ich mir doch mal was gönne, hab ich ein schlechtes Gewissen und bekomme meist auch die Quittung, indem sich hinterher noch mehr hier türmt, was schrecklich dringend ist.
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Donnerstag, 31. März 2005, 07:28 Uhr
...sitze ich nun schon wieder hier, sortiere und beantworte Mails und speichere die Änderungswünsche, die per Mail rein kommen. Da steckt wieder Arbeit für mindestens drei Arbeitstage drin. Ich hab mal bewusst nicht 24 Stunden geschrieben, weil das immer gleich sugerriert, ich könnte morgen damit fertig sein.
Und alle drängeln, alle haben es eilig. Ein Phänomen: jeder lässt sich unendlich Zeit mit der Entscheidung, ob er denn eine Homepage will, ob er denn bereit ist, dafür Geld auszugeben und falls, dann darf es nur ganz, ganz wenig sein. Drei Pages zum Preis von einer und das dürfen dann höchstens hundert Euro sein, und das ist schon viel. Und ja, also Wir wollen dann schon was Besonderes! Da kann ich drängen und bitten, was die Zuarbeit betrifft, und ich seh nicht ein, dass ich mir bei solchen Preisen auch noch redaktionell was einfallen lasse, wo kommen wir da denn hin? Nunja, und dann haben sie sich nach fast zwei Jahren endlich entschlossen. Und nun fällt ihnen drei Tage vor Ostern ein, dass sie es ja gern noch für Ostern gehabt hätten. Ach, das schaffst Du nicht? Naja, dann eben nach Ostern. Vielleicht hast Du es am Dienstag ja fertig. Hä? Gehts noch?
Das ist nun schon der zweite Auftraggeber, der sich so verhält. Der erste hatte ja am Dienstag schon nachgefragt, wo die Sachen bleiben. Ich hab Ihnen doch gesagt, Sie sollen das über Ostern machen? Da hab ich gleich dagegen gehalten, dass es über Ostern das Doppelte gekostet hätte. Ja!
Ich hab da früher was falsch gemacht. Ich dachte immer, die Kunden können ja nichts dafür, dass ich noch andere Kunden habe. Und wenn sie was dringend brauchen, muss ich mich eben zur Decke strecken. Aber wenn ich mir manche Frisörgeschäfte so ansehe, die Termine vergeben. Da wartet man auf einen Dauerwell-Termin auch bis zu zwei Wochen, egal, wie man rumläuft. [blödes Beispiel]
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Mittwoch, 30. März 2005, 11:57 Uhr
...liegen die Kümmernisse und die Freuden, der Zweifel und die Zuversicht. Und immer ist es die Tätigkeit, die uns aus den dunklen Gefilden wieder ans Licht bringt. Diese Erkenntnis ist so alt wie die Welt, zumindest so alt, wie die Menschen. Und doch gibt es wohl für jeden immer mal wieder Momente, in denen er sich diese Erkenntnis selbst erkämpfen muss.
Nun ist es noch nicht einmal Mittag, und ich habe schon den größten Teil dessen geschafft, was ich mir für den heutigen Arbeitstag vorgenommen hatte. Die unangenehmsten Arbeiten habe ich natürlich zuerst erledigt, so dass ich nun nur noch alle hässlichen Schreiben zur Post bringen muss und mich danach den angenehmeren Aufgaben widmen kann.
Ein paar interessante Telefonate habe ich auch geführt und bin nun zuversichtlich, was weitere Aufträge angeht.
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Mittwoch, 30. März 2005, 07:19 Uhr
...vielleicht lösche ich den vorhergehenden Eintrag auch wieder.
Gestern war nicht mein Tag, zumindest von Mittag an nicht mehr, als ich wieder heim fuhr. Schon auf der Fahrt erreichten mich die ersten Anrufe, Nachrichten auf dem AB von Leuten, die meinten, ich hätte über Ostern für sie noch dies und jenes erledigen können.
Klar, es ist, wie es immer war. Man gibt mir kurz vor Feierabend Aufgaben und verabschiedet sich in die Feiertage und sobald man danach wieder im Dienst erscheint, erwartet man, dass ich alles fertig habe. Das kenne ich irgendwo her.
Und heute wird wohl auch nicht besser. Ich müsste so vieles ändern in meinem Leben, aber hier holt mich die weise Vorraussicht meiner Mutter wieder ein. Es wird ja sowieso nichts!
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Mittwoch, 30. März 2005, 06:48 Uhr
...bekommt das Grau draußen einen rosa Schimmer. Vielleicht wird es ja doch noch ein recht schöner Tag.
Eine Weile habe ich gestern noch mit Chris in dessen Zimmer gehockt und über mich nachgedacht. Wieder einmal bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich frage, was ich hier eigentlich mache. Wenn ausgerechnet in solchen Momenten ein anonymer Schmierfink auftaucht und mich beschimpft, trifft mich das natürlich, und ich möchte nichts weiter, als mich in mein Schneckenhaus zurück ziehen. Aber genau das wäre vermutlich falsch.
Dennoch muss sich etwas ändern. Grundlegend! Der Umzug wäre ein guter Anfang. Du musst kürzer treten meinte Chris. Mach langsamer. Was nicht geht, geht eben nicht.
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Mittwoch, 30. März 2005, 00:13 Uhr
...ein Abnehmtagebuch, gefunden bei Bea. Hatte ich ja auch mal angefangen, aber dann wieder nicht durchgehalten, weil sich alles überschlug. 60 Kilo will Nicola Hinz abnehmen. Wirklich nicht schlecht. Ich würde auch gern 50 Kilo los werden. Aber ich eigne mich nicht als Trittbrettfahrer. Und wenn sie das mit dem Abnehmen so öffentlich macht, dann bin ich eher der Typ, der sich damit versteckt. Andererseits...
Nee, ich weiß, die meisten, die mich kennen, mögen mich so, wie ich bin. Aber mal ehrlich, ich hab einige Freunde, die mich trotz meines Gewichtes mögen, weil es ihnen egal ist, wie die Kumpeline aussieht, mit der sie eher durch dick, als durch dünn gehen [weil ich durch letzteres nicht hindurch passe *grins*]. Aber einen Mann kann ich auf diese Weise [mit diesem Körper] nicht begeistern. UND ich kanns verstehen, denn mich begeistert so ein Wabbelkörper ja auch nicht...
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Dienstag, 29. März 2005, 23:30 Uhr
...sich zu erkennen zu geben, schrieb mir ins Gästebuch, ich sollte diese Sch...e [anderes Wort für Exkremente] lassen. Ich würde Webspace für sinnvolle Arbeiten blockieren.
Ich hab den Eintrag im GB gelöscht, weil Schimpfworte dort nichts zu suchen haben. Aber hier dennoch meine Frage: Soll ich es bleiben lassen? Blockiere ich hier wirklich wertvollen Webspace für sinnvolle Arbeiten, die ich zu leisten nicht im Stande bin?
Oder wollte sich da nur jemand wichtig machen?
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Dienstag, 29. März 2005, 19:40 Uhr
Nein, kein lebendiges. Nicht einmal eines, das ausschaut, wie ein Schaf. Wartet, ich zeigs Euch.

Eine Weste soll draus werden und ein dicker Pullover. Was sonst noch, werde ich sehen. Ich freu mich aufs Stricken.
Spinnen kommt später. Diese Wolle hier ist ja schon fertig gesponnen. Aber ich habe die Adresse und Telefonnummer des Hofes, der sie verkauft. Mit dem Spinnen muss ich mir noch Zeit lassen. Ich hab Antworten bekommen auf meine Frage nach den Rädern, die nun wieder neue Fragen aufgeworfen haben und die Notwendigkeit, mir damit Zeit zu lassen, nicht nur zu überlegen, sondern auch zu testen.
Zeit nehmen...
...das ist so wichtig. Zeit für mein Leben.
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Dienstag, 29. März 2005, 19:37 Uhr
...ich kann nicht einmal sagen, worum. Zwei Tage war ich nicht hier, genau genommen nur einen. Am Sonntag bin ich abends erst angekommen und heute bin ich gleich nach dem Mittagessen schon wieder los gefahren. Viel Zeit hatten wir nicht, die auch noch davon geprägt war, dass mir meine Erkältung arg zu schaffen machte.
Gut gepflegt worden bin ich, mit Zwiebelsaft und allen möglichen Hausmitteln.
Und wirklich - das half.
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Dienstag, 29. März 2005, 19:34 Uhr
...ich war das Rot schon wieder Leid. Auch sieht der Clown vor diesem Hintergrund viel lustiger aus, viel sonniger.
Es ist nicht alles sonnig? Nein bei Weitem nicht. Aber wenn ich wir uns das immerzu vor Augen halten, wird es auch nicht besser.
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Script by Alex