Dienstag, 25. Januar 2005, 23:10 Uhr
...hatte ich einen völlig verrückten Traum.
Ich wohnte in einer riesigen Wohnung, die voll gestellt war mit meinen alten Möbeln, zweifellos nützlich, irgendwann einmal modern gewesen und noch immer zweckmäßig. Ein Sammelsurium, in dem ich mich nicht wohl fühle, weder real, noch in jenem Traum.
Plötzlich tauchten Mutti und Heiner auf, begannen, alle Möbel in einem der Räume zusammen zu schieben und die Wände zu tapezieren und zu streichen. Und am Ende waren noch immer all die abgewohnten Möbel da und all der Krimskrams aus dem Lauf von Jahren. Aber alles war so aufgearbeitet und angeordnet, dass es sehr wohnlich und gemütlich und richtig toll aussah und ich mich in der Wohnung sehr, sehr wohl fühlte.
Ich frage mich, ob dieser Traum nicht doch ein wenig mehr war, als ein Schaum. Vielleicht die Lösung für das, womit ich mich an langen grauen Wintertagen und in schlaflosen Nächten beschäftige - die Antwort auf meine stummen Fragen. Der Fingerzeig, dass ich etwas tun muss, wenn ich mich in diesem meinem Leben wieder wohl fühlen will.
Trotz des gestalterischen Kreativitätsschubes kam ich heute mit der Solo-für-Zwei-Page nicht weiter. Irgendwie fehlt der Pepp.
Vor den Briefkasten hatte ich heute regelrecht Horror. Am liebsten wäre ich überhaupt nicht hingegangen. Beim Durchsehen der Post zitterten meine Hände. Es war tatsächlich ein Brief vom Finanzamt dabei. Eine Mahnung für etwas, das ich letzte Woche überwiesen hatte. Also doch noch alles im grünen Bereich.
Ich konnte Hanne nicht erreichen und demzufolge auch Burglind nicht. Dafür rief PeLe an. Wir verabredeten uns für Montag nach dem Dienst.
Morgen will Chris mal kommen, und die Blumen habe ich noch immer nicht umgetopft. Vielleicht erreiche ich wenigstens Hanne und Burglind.
Für Donnerstag habe ich ein Vorstellungsgespräch vereinbart. Vielleicht gehen die Chefs dort ja auf meine Wünsche nach flexibler Arbeitszeit ein. Müsste ihnen doch entgegen kommen. Aber man weiß ja nie.
Außerdem bekam ich für Donnerstag Abend eine Einladung zum Essen. *Augenzwinkern zur Uraltfreundin* - nichts Ernstzunehmendes, nicht mal was Prickelndes, allerdings eine interessante Kneipe.
Am Freitag muss [will] ich zwei russische Zupfkuchen backen für unser Kreativ-Kinderfest. Und in der Freitag/Samstag-Nacht gehe ich zur Nachtschicht. HaJüRü fragte vorhin, wann ich denn dann zum Kinderfest käme, man habe mich fest eingeplant. Ich habe natürlich zugesagt, schließlich liegt mir das Fest am Herzen. Außerdem brauchen wir Fotos, die am Montag in die Presse gehen sollen. Ich kann nur hoffen, dass ich diese Woche nicht so kaputt bin wie nach der letzten Nachtschicht. Am Sonntag und Montag hab ich ebenfalls Dienst und frage mich jetzt besorgt, wie ich darauf gekommen bin, mich gleich im Anschluss daran zu verabreden...
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Montag, 24. Januar 2005, 17:08 Uhr
...habe ich mir mal schnell ein FotoBlog eingerichtet, das Ihr oben unter FotoAlben findet. Dort sind die ersten Fotos vom Meer in einer etwas größeren Auflösung zu finden. Später werde ich die Alben noch ein wenig ausbauen, aber einen ersten Eindruck bekommt Ihr so schon.
Übrigens war ich gestern mit den Füßen im Meer. Die Beweisfotos bekomme ich nachher per Mail [hoffe ich].
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Montag, 24. Januar 2005, 13:41 Uhr
...für diejenigen von Euch, die versuchen, mich per Handy, SMS oder ähnlich zu erreichen: ich hab mein Handy liegenlassen, und es wird eine Weile dauern, bis ich es wieder bekomme. Bis dahin meldet Euch bitte über Skype, Festnetz oder am sichersten per E-mail. (Oder natürlich hier per Kommentar...)
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Montag, 24. Januar 2005, 13:33 Uhr
...vier Stunden habe ich noch für den Heimweg gebraucht, und immer fuhr die Angst mit, trotz größter Achtsamkeit in einen Unfall verwickelt zu werden...
Aber ich habe es geschafft, nicht zuletzt Dank meiner tollen Winterreifen. Es ist wirklich ein besseres Gefühl mit diesem "etwas anderen Gummi".
Kaum kam ich hier zu hause an, hätte ich am liebsten Kehrt gemacht. Ich weiß nicht, warum eigentlich, aber es ist mir einfach alles zuviel, was mit meinem bisherigen Leben, meinem Alltag zusammen hängt. Klar, ich weiß, es bringt nichts, vor irgend etwas zu fliehen, denn ich müsste wohl vor mir selbst fliehen, wenn ich dieses bedrückende Gefühl los werden möchte, was mich hier immer wieder überkommt. Dennoch... irgend etwas muss ich ändern, irgendwie muss ich hier raus, aus diesem Alltag, diesem Trott. Ich muss eine Lösung finden...
Zunächst sind erst einmal zwei Homepages an der Reihe, die ich letzte Woche nicht mehr geschafft habe. Mit Bildbearbeitung und Gestaltung kann ich mich von anderem gut ablenken. bei Gelegenheit, vielleicht heute Abend muss ich mich diesem "anderen" aber auch einmal stellen und mich fragen, was mich denn so bedrückt. So richtig wirklich fällt mir da nämlich nichts ein. Es ist nur so ein Gefühl...
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Montag, 24. Januar 2005, 06:27 Uhr
...und ich hab noch einige Kilometer vor mir, bis ich wieder daheim bin *grrr*
Nur gut, dass ich niegelnagelneue Winterreifen habe, sonst würde ich mich hier gar nicht mehr auf die Straße wagen.
Vorher heißt es erst noch Schnee schippen, sonst kommen wir hier nicht mal aus der Ausfahrt.
Und dann geht es zuerst zum Bäcker. Frische Brötchen und Kaffee hmmmm...
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Sonntag, 23. Januar 2005, 22:16 Uhr
![[image]](../tabu_img/image2.jpg)
...kommt dieser Eintrag zu Euch...
Jaha, ich war am Meer, das sich heute im strahlenden Sonnenlicht unter leuchtend blauem Himmel präsentierte...
Die Ostsee wohlgemerkt, unweit der polnischen Grenze...
![[image]](../tabu_img/image3.jpg)
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Donnerstag, 20. Januar 2005, 07:30 Uhr
...war daheim, als ich gestern vom Dienst kam. Er hatte mir einen großen Zettel geschrieben, damit ich mich nicht sorge, auf dem unter anderem stand, es ginge ihm richtig gut.
Irgendwie hatte er sich wohl eine Überraschung für mich ausgedacht, von der er nichts sagen wollte, weil er nciht wusste, ob es klappt, und dann am Abned hatte es sich wohl auch zerschlagen, aber er wollte es trotzdem nicht erzählen, weil er meint, es klappt schon mal noch.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass er bei einem seiner vielen Bekannten etwas jobmäßiges für mich einrühren will, weil ich immer herum mosere, dass ich mehr Aufträge brauche.
Ich muss mir wirklich abgewöhnen, mich immer um alles zu sorgen!!!
Heute wird ein chaotischer Tag.
Erst will ich zu Banani, die gestern Geburtstag hatte, nur hatten wir da beide abwechselnd Dienst, so dass ich jetzt kurz zum Frühstück runter hüpfe. Vorhin hab ich ein Geschenkchen für sie zusammen gestellt.
Dann muss ich zur Bank - unbedingt.
Gegen Mittag will Chris kommen...
Und dann muss ich unbedingt heute noch ein paar Kleinigkeiten für das Finanzamt zusammenstellen, damit die noch in die Post können.
Nun, und dann, irgendwann packe ich meine Tasche für das WoEnde am Meer. Dicke Pullover, dicke Socken und endlos viel Kamerazubehör - nicht nur für die Digi...
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Mittwoch, 19. Januar 2005, 10:50 Uhr
...als hätte ich keine eigenen Sorgen. Anruf der Jette:
Ach, Du bist ja daheim. Schaffst Du?
Ich schreib nen blöden Brief, der mir schwer fällt und auf den ich mich konzentrieren muss.
Worum gehts?
Ist ne lange Geschichte.
Ich will es aber wissen. Machs einfach kurz.
Ich antworte in Stichworten: Alter Vermieter, Ärger, blabla
Na dann viel Spaß! Ich will nicht sagen, dass Du keine Chance hast, aber mach Dir da mal keine Hoffnung. Du wirst ja wohl keinen Anwalt bezahlen können.
Ich frage sie nicht, wie sie darauf kommt. Ich sage nur, dass mir das Thema unangenehm ist und ob wir nciht was anderes redne können. Und dass sie mich, wenn ich mich schon schwer tue, bitte nicht noch mehr demotivieren soll. Bitte, bitte, bitte.
Dann folgen ihre Probleme - zusammengefasst: alle Frauen sind blöde Kühe, alle Männer Arschlöcher. Das Problem, sie sagt immer nur "die" und "der", so dass es dem Zuhörer obliegt, herauszufinden, wer im konkreten Fall gemeint ist.
Liegt man falsch, wird man angeschriehen, so wie ich heute.
Nun gut, sie ist ohnehin die Einzige auf dieser Welt, die wirklich Sorgen hat und das auch nur, weil alle anderen Menschen schrecklich dumm und außerdem hinterhältig und schlecht sind. Und dann:
Ich hab jetzt überhaupt keine Zeit für Deinen Mist. Tschüss. Aufgelegt. Immerhin hat sie Tschüss gesagt, was bei den letzten Anrufen nie der Fall war.
Zum Glück muss ich mich jetzt wirklich auf meinen Müll konzentrieren und nachher auch schon los zum Büro. Dort wird es heute so stressig, dass ich weder zum Nachdenken über meine Situation komme, noch zum Grübeln, was wohl mit Chris los sein mag. Heute Abend werde ich ja hoffentlich etwas von ihm hören.
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Mittwoch, 19. Januar 2005, 08:18 Uhr
...Tagebuch habe ich einen Link zu einem indianischen Horoskop gefunden [unter Medizin und Mythen], von dem ich feststellen musste, dass es absolut auf mich zutrifft. Schon seltsam.
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Mittwoch, 19. Januar 2005, 08:14 Uhr
...von Chris hat mich alarmiert. Er schrieb sie, als er heute Morgen aus der Nachtschicht kam, aber ich Schlafmütze habe sie erst eine Stunde später gefunden. Sie sagt nicht viel aus, nur zwei Sätze und eine Frage, aber genau die passt nicht zu meinem Kind.
Nun mache ich mir Sorgen - aber anrufen kann ich jetzt nicht, denn er schläft jetzt erst einmal. Hoffentlich meldet er sich, bevor ich wieder zum Dienst muss!
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Script by Alex