Dienstag, 30. Oktober 2001, 19:27 Uhr
...im Mondlicht gebadet, das silbern durchs Fenster fiel. Das Rauschen des Wassers hat meine Träume davon getragen. Fort von den Zwängen des Alltags. Fort von den Pflichten, die zu erfüllen mir manchmal so schwer fällt. Fort von den Menschen, denen ich fürchte, auf den Nerv zu gehen. Fort aus meiner Einsamkeit, die ich so oft suche und doch nicht ertrage. Fort von hier...
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Dienstag, 30. Oktober 2001, 15:16 Uhr
Warmer Wind raschelt im trockenen Schilf, wirbelt gelbe Blätter vom Boden auf und lässt sie über die frisch umgegrabenen Beete tanzen.
Hier ist gut Sein an diesem Nachmittag, und die Arbeit geht voran. Ich bin dabei, die Narben zu glätten, die unser samstägliches Wüten hinterlassen hat.

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Dienstag, 30. Oktober 2001, 11:33 Uhr
...zum Frühstück. Habe mein Spatenblatt mitgenommen, damit Heiner einen neuen Stiel anbringen kann. Er hat mir gleich ein "Austauschgerät" mitgegeben. Von Mutti habe ich noch ein Teesträußchen bekommen, einfach so.
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Dienstag, 30. Oktober 2001, 07:40 Uhr
...kamen wir auf unserem Weg zum Bahnhof an einem Atelier vorbei und schauten dem Künstler ein wenig bei der Arbeit zu.

Brunnenfigur von Michael Fischer-Art
Ich habe mal etwas ausprobiert:![]()
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Montag, 29. Oktober 2001, 20:27 Uhr
Jetzt tun mir aber auch die Füße weh - und der Rücken auch. Dafür habe ich heute aber viel erreicht. Zuerst war S. bei mir zum Tee trinken und zum Beraten wegen dieser Rentensache. Auch wenn ich jetzt lebe, will ich doch ein wenig an später denken. Ich denk, ich mach das Richtige. Hoffe ich wenigstens.
Der "Stadttag" begann mit einer Zugverspätung von 40 Minuten. Sehr witzig bei einer Taktzeit von einer halben Stunde!
Dann haben wir im Klamottenladen herum "geschnarcht", ausgesucht, anprobiert, doch wieder weggehängt... Nach geschlagenen 2 Stunden hatten wir für mich ein T-shirt, einen tollen Blazer und drei Hosen, für Katja einen superkuscheligen Pullover und eine Weste, in der sie ganz chic aussieht.
Ein Fußmarsch von ca. 1,5 bis 2 km außen um den Ring herum brachte uns zur Stadtbiliothek, wo wir uns allerdings gerade so lange aufhielten, um meine Bücher zurück zu geben. Als wir danach wieder im Zentrum anlangten, begann es zu regnen. Ich war schon recht pflastermüde und hatte Hunger, weshalb ich an einem Stand, an dem Laugenstangen mit Zwiebeln und Käse verkauft wurden, auch nicht vorbei kam. In der Galeria Kaufhof fand ich nicht, was ich mir vorgestellt hatte, und so landeten wir nach einem weiteren Fußmarsch kreuz und quer durch die Innenstadt, immer den Passagen folgend, um dem Regen zu entgehen, wieder am Bahnhof.
Und dann war da noch diese Sache mit den Haaren. Ich habe mich ewig vor dem Spiegel hin und her gedreht, verschiedenes probiert und konnte mich nicht entscheiden. Am Ende habe ich bei Bijou Brigitt noch zwei verschiedene Zopfspangen gekauft.
Diesmal fuhr der Zug pünktlich und zu Hause gab es erst mal für jede zwei große Pötte Kaffee. Während ich Telefonate und Faxe entgegen nahm und ganz fix zwei Emails beantwortete, probierte Katja noch mal die Klamotten an. Auch meine. Mir die Haare hochzustecken und die neue Frisur auszuprobieren, blieb keine Zeit, denn Peter und das Gartencenter riefen. Aber zu guter Letzt befinden sich nun zwei solche Komposter, wie ich gern wollte, in meinem Besitz und sogar schon im Garten. Das Elend habe ich nicht gesehen, weil es längst dunkel war, als wir draußen ankamen. Und am Mittwoch will Peter kommen und sich die Sache im Licht betrachten. Dann sehen wir weiter.
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Montag, 29. Oktober 2001, 08:05 Uhr
...tatsächlich schon hell. Nur bringt das nicht viel, weil es nun abends noch früher dunkel ist und damit unter der Woche im Garten gleich gar nichts mehr erledigt werden kann.
Trotzdem will ich heute mit Peter mal raus fahren. Wir wollen zu erst ins Gartencenter, diesen Komposter holen, der mir zu schwer war, um ihn allein zu kaufen. Und den schaffen wir dann noch raus. Aufstellen können wir ihn noch nicht, wohin auch. Im Moment gibt es dort doch gar keine glatte Fläche. Vor dem Anblick graust mir. Ich will morgen den ganzen Tag draußen verbringen und sehen, wie weit ich mit den Aufräumarbeiten komme. Hoffentlich regnet es nicht!
Heute ist Stadttag. Katja hat frei, und ich habe ohnehin einiges zu erledigen. Das machen wir dann zusammen, und am Abend, wenn bringe ich sie nach Hause und "entführe" ihren Mann zwecks "Einkaufshilfe".
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Montag, 29. Oktober 2001, 01:58 Uhr
Ich habe vergangene Nacht schlecht geschlafen. Gedanken an den Garten und die gefällten Bäume ließen mir keine Ruhe.
Begonnen hatte es damit, dass ich in den Garten kam und die Nachbarn meinten, sie hätten die ganze Zeit gehofft, ich käme früher, weil bei ihnen jemand mit Motorsäge da gewesen war, der auch gleich meine Bäume mit hätte fällen können. Da dieser nun aber schon wieder fort war, schnappten sich der Nachbar und dessen Freund die Handsägen und kürzten erst einmal die beiden Tannen, den Wacholder und die Eiben, die am Leben bleiben dürfen, aber ihrer Kronen beraubt auf 2 Meter herunter geschnitten werden mussten. Innerhalb von 40 Minuten war dieser Akt Geschichte.
Vielleicht ist es ganz gut, dass alles so schnell ging und ich nicht zum Nachdenken kam, so drang mir der Wahnsinn dessen was wir dort taten, nicht so sehr ins Bewusstsein.
Als UlLe kam, begann es zu nieseln. Ich hatte das Gefühl, dass der Himmel die Bäume beweint. Und nun ging es auch noch den Beerensträuchern an den Kragen. Dieser Aktion fielen dann auch noch ein paar Erdbeerpflanzen und Blumen zum Opfer. Die standen eben im Weg, dort wohin UlLe treten musste, um an die Büsche heran zu kommen. Binnen weiterer zwei Stunden sah mein Garten aus wie ein Schlachtfeld. Überall aufgewühlte Erde und wo wir nicht gewütet hatten, lagen die Skelette der ausgerissenen Sträucher und die gestürzten Bäume.
Ich habe Mutti angerufen, damit sie sich Tannenreiser holt, aber ich habe ihr gesagt, sie soll nicht weinen.
Ich weiß nicht, wie es nun weiter gehen soll. Die Sträucher-Stubben passen so nicht durch den Schrädder. U. meinte, zu Hause würden sie soetwas zur Müllhalde bringen. Ich habe hier aber keine solche Müllhalde. Es ist noch so viel zu tun, und UlLe will bei Gelegenheit noch mal mit einer Motorsäge kommen, weil ja noch eine Blautanne steht, die auf Wunsch des Vereinsvorstandes ganz entfernt werden muss. Es steht aber noch nicht fest, wann wir das machen. Und wenn es wieder solch eine Aktion wird, wie diesmal, wo wir ganze zwei Stunden bis zum Dunkelwerden haben, und die noch im strömenden Regen, da kann man ja dann auch wieder nur das Allernötigste machen. Für die Aufräumaktionen bleibt wohl kaum Zeit. Klar, wir hätten am Sonntag noch mal raus fahren können, aber UlLe meinte, wir sollten das lassen, es sei schließlich Sonntag, und irgendwie muss ich das ja wohl akzeptieren, wenn er mir schon hilft.
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Sonnabend, 27. Oktober 2001, 10:26 Uhr
Das Abendessen habe ich vorbereitet. Es köchelt vor sich hin, und ich habe gerade darüber nachgedacht, wieviel Zeit für Kochen draufgehen kann. Heute hab ich's für U. gemacht, weil er mir im Garten helfen will...
Ich fühle mich heute schon wieder so seltsam. Würde mich am liebsten im Garten einigeln und meinen Gedanken nachhängen, träumen...
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Freitag, 26. Oktober 2001, 22:16 Uhr
...in zwei GartenCentern, aber bekommen habe ich nicht, was ich wollte. Beim Praktiker war die Freifläche wegen Inventur geschlossen, beim Dehner hätte ich solche Holzrahmen für meinen Kompost zwar bekommen, auch zu einem, vernünftigen Preis, aber sie waren mir entschieden zu schwer. Ich konnte sie nicht mal auf den Einkaufskarren heben. Muss mal zu Katja und Peter. Bestimmt kommt Peter nächste Woche mal mit und hilft mir.
Ich habe Lust auf Märchen und romantische Bilder. Die Mädels in der Klasse haben diese Woche ganz tolle Bilder gestaltet.
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Freitag, 26. Oktober 2001, 18:43 Uhr
...er kommt morgen erst am Nachmittag. Vielleicht sollte ich am Morgen doch gleich noch mal in das Gartencenter fahren?
Überhaupt - Ich fahr einfach jetzt!!!
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Script by Alex