Sonnabend, 30. Juni 2001, 23:29 Uhr

Ich bin so müde

...und so glücklich!
Wir haben einen herrlichen Tag auf dem FLuss verbracht. Eine Gruppe von ca. 25 Leuten in drei Schlauchboten. Es gab unendlich viel Spaß, Bewegung, frische Luft, Sonne satt und romantische Flusslandschaft, durch die wir fuhren.
Als Kind hatte ich mir eine Zeit lang gewünscht, auf einem Lastkahn zu leben. Später stellte ich mir eher ein Hausboot vor. Jetzt würde ich wohl doch lieber wieder den Lastkahn wählen, vor Anker liegen, wäre nicht ganz so mein Ding.

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Tom hat mir gemailt. Warum ich mich nicht mehr melde. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit für ihn, er schreibt so schöne Geschichten. Das heißt, genau genommen ist die Geschichte alles andere als schön. Traurig, tragisch, deprimierend manchmal, und manchmal verwirrend. Je nach dem auch, in welcher Verfassung ich bin, wenn ich sie lese.
Ich lese sie immer mal wieder. Weil mir sein Schreibstil gefällt. Weil es etwas Besonderes ist, zu spüren, wie die Geschichte ihr Gesicht verändert, je nach dem, wie ich mich beim Lesen gefühlt habe.

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Freitag, 29. Juni 2001, 07:53 Uhr

Guten Morgen!

Ratet mal, was es bei mir zum Frühstück gibt! Richtig! ERDBEEREN. Und natürlich meinen unvermeidlichen Kaffee mit viel Milch.
Die Sonne strahlt, die Erde dampft, die Luft ist warm und fühlt sich irgendwie weich an. ROCKLAND SACHSENANHALT kommt ein wenig verrauscht rüber, aber es ist ja auch weit von Magdeburg bis hier her. Hier draußen gibt es so viel Nebengeräusche, dass das leichte Rauschen gar nicht ins Gewicht fällt. Und was will man von einem Küchenradio auch weiter erwarten?
Dabei fällt mir wieder ein, falls ich jemals wieder etwas Geld übrig haben sollte, wollte ich mir doch eine ordentliche Musikanlage zulegen. Naja, vielleicht schenke ich mir dieses Jahr eine zu Weihnachten.

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Mit KultZeit bin ich gestern nicht mehr so richtig weit gekommen. Ich war auf einmal so unendlich müde. Die Modeseite ist fertig und bei der "kulinarischen" hab ich dann aufgehört, weil ich da mal noch ein paar Bilder suchen muss. Annes Beitrag hat die Überschrift "Es muss nicht immer Fleisch sein" und auf meinem Grill-Foto liegen Kammkoteletts und Hühnerschenkel auf dem Rost. Überhaupt ist diese Ausgabe gegenüber der vom Juni bis jetzt noch ziemlich flach.

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Donnerstag, 28. Juni 2001, 19:04 Uhr

Vor einer halben Stunde

...sind die Letzten gegangen. Unter der Woche bleibt nur selten jemand über Nacht.
Es ist ruhig geworden und sehr einsam. Selbst die Vogelstimmen werden leiser, vereinzelter. Im Dorf drüben bellt ein Hund. Am Tage würde man ihn gar nicht bis hierher hören. Ab und zu meldet sich der Frosch in Nachbars Gartenteich. Er ist der Einzige hier, der laut seine Stimme erhebt. Der Bach plätschert leise. Es ist ein künstlicher (Nachbars mögen sowas), aber das hört man ja nicht.
Ich werde erst mal die Erdbeeren waschen, die ich mir vorhin gepflückt habe. Das wird mein Abendessen.

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Mittwoch, 28. Juni 2006, 06:28 Uhr

Am Gartentor

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Donnerstag, 28. Juni 2001, 11:27 Uhr

Mittag

Es gießt noch immer. Gegen Abend soll es wieder besser werden. Ich habe noch einige Bilder gescannt, die ich für die nächste Ausgabe von KultZeit brauche. Inzwischen habe ich sie auch schon so weit bearbeitet, dass ich sie nur noch einfügen muss. Meinen Beitrag über Norwegen habe ich vorbereitet. Den Kultursommer kann ich nicht im Garten machen, da müsste ich zu viele Einzelinfos mitnehmen, aber vorbereiten kann ich ihn. Was habe ich noch, diesen Monat? Ach ja, Farbtherapie. Rot! Oder?
Der mdr-Rundfunkchor führt tatsächlich das "Kind in den Bäumen" auf, gemeinsam mit Konstantin Wecker. Ich muss noch mal nachschauen, wann und wo, und dann will ich sehen, dass ich für Kaja eine Karte bekomme. Kaja ist mein "Kind in den Bäumen".
Etwas schönes ist geschehen. Der Andy hat mir gemailt. Und er findet mein Tagebuch gut. Das gibt mir gleich wieder Auftrieb, weiter zu machen.

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Donnerstag, 28. Juni 2001, 04:58 Uhr

Ich wusste nicht...

...was mich geweckt hatte, aber es musste etwas alarmierendes gewesen sein, denn als ich aufrecht im Bett saß, blieb ein Gefühl drohender Gefahr zurück. Sturm peitschte die Birken vor dem Haus, die geöffneten Dachfenster ächzten. Krachend schlug eine Tür zu. Und dann hörte ich sie - Martinshörner - viele! Und sehr nah.
Als ich ans Fenster trat, um es zu schließen, nahm ich den Geruch wahr. Verbrannter Kunststoff. Ich lauschte ins Haus auf Fußgetrappel oder irgend ein Zeichen dafür, dass unmittelbare Gefahr bestand, aber es blieb ruhig.
Die Signalhörner veränderten ihre Position nicht mehr, aber ich konnte weder die Fahrzeuge oder deren Lichtsignale sehen, noch eine Rauchsäule. Vielleicht war es doch kein Brand? Wenn dieser Geruch nicht wäre!
Da keine unmittelbare Gefahr bestand, beruhigte ich mich wieder, aber an Schlaf war trotzdem nicht mehr zu denken.
Als das Wasser im Kessel zu summen anfing (ich brühe meinen Kaffee), klatschten die ersten dicken Tropfen auf die Dachfenster.
Warum ich wegen dieses seltsamen Erwachens so aus der Fassung geraten bin?
Es ist genau ein Jahr und sechs Tage her, dass die Wohnung zwei Etagen unter mir bis auf die nackten Mauern ausbrannte.

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Donnerstag, 28. Juni 2001, 02:23 Uhr

Wieder einmal...

...ist tiefdunkle Nacht.
Ich fühle mich ausgelaugt. Seit ich heute Vormittag von Kithy zurück kam, bin ich nicht mehr von Rechner weg gekommen. Zuerst war da eine Mail vom Museum (Ja, schaut es Euch ruhig mal an, ich bin da nämlich stolz drauf) und dann kamen ständig Anrufe und Mails und Bitten, doch zurück zu rufen und Bescheid zu geben, ob ich die Bilder verwenden kann.
Es war dann schon nach acht, als ich endlich alles fertig hatte. Da hatte es dann auch keinen Sinn mehr, noch in den Garten zu fahren. Dafür habe ich noch alles zusammen gepackt, Ordner mit Unterlagen, Disketten, dicke Klamotten, falls es in den kommenden Nächten wieder kühl wird, ein Buch und ein paar CDs. Und natürlich habe ich noch alle möglichen Daten, die ich vielleicht brauche, auf den Laptop kopiert. Dann habe ich noch ein paar Scipte zusammen gesucht und ein bissel Eventkalender gebastelt. Ich will ihn ein wenig verändern, aufpeppen.
Tja und dann war ich wieder "fremdes Tagebuch lesen", weil sich der Andy noch nicht wieder gemeldet hatte. Ich dachte schon, nachdem er mein Tagebuch gelesen hat, will er nun vielleicht nichts mehr mit mir zu tun haben, aber er hat mir in seinem eine kleine Botschaft hinterlassen.... Obwohl, die kann er ja auch geschrieben haben, bevor er mein Tagebuch gelesen hatte. Na, ich hab ihm jetzt jedenfalls noch mal eine Mail geschickt. Das musste ich einfach.
So!
Und morgen früh um sieben lass ich erst noch mal meine verspannten Schultern richtig durchkneten und dann gibt es kein Halten, da geht es in den Garten - Urlaub machen!

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Mittwoch, 27. Juni 2001, 05:59 Uhr

Das brain storming...

...hat viel länger gedauert, als ich erwartet hatte, aber ich denke, es hat was gebracht. Ich weiß nicht, wieso, aber jetzt denke ich wieder, dass ein gemeinschaftliches Büro doch eine gute Lösung wäre, und irgendwie bin ich sehr zuversichtlich, dass wir nicht mehr lange brauchen werden, bis sich das Büro trägt. Hm, naja, dass ich nicht mehr lange brauchen werde, denn auf mir ruht die Hauptlast.... Aber das habe ich ja gewusst und ich kann nicht mal sagen, ich hätte es nicht gewollt, denn dann hätte ich dies alles gar nicht anfangen dürfen. So!


Matthias hat nicht nur das Netzwerk eingerichtet, sondern gleich noch nach dem "Großrechner" geschaut, weil der doch gestern Abend absolut nicht mehr zum Arbeiten zu bewegen war. Wegen des Netzwerkes hat er mich ausgelacht. Ich dachte, ich müsste da an irgend einer Stelle irgend welche IP-Nummern eingeben. Da ich aber nicht wusste, an welcher Stelle, hab ich's lieber gelassen, nicht dass dann gar nichts mehr geht. Dabei war das gar nicht erforderlich. Ich hab mich wirklich dämlich angestellt, aber wenn man eine Sache eben einfach nicht weiß und der andere sagt sie einem nicht, weil es für ihn so selbverständlich ist, dass er es nicht für erwähnenswert hält, kommen solche Missverständnisse eben vor. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass er mich wirklich für ein wenig doof hält, denn als ich ihm gemailt habe, dass ich's nicht hinbekommen hab, dachte ich eigentlich, wir können das per Mail oder Telefon klären, aber da hat er sofort gesagt, er müsste vorbei kommen.
Egal, jetzt funktioniert jedenfalls wieder alles. GEORGI, der "Großrechner" lässt sich sogar wieder runterfahren. D. h. das ging ja schon immer, nur lässt er sich jetzt auch wieder ganz normal einschalten.
Nur fertig geworden ist heute nichts, und so musste ich jetzt noch alles mögliche erledigen. Inzwischen ist doch tiefdunkle Nacht und ich fahre nirgends mehr hin, sondern falle gleich hier ins Bett.
Vorhin war eine Mail von Kithy da. Wir frühstücken morgen zusammen.



SCHÖN!

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Montag, 25. Juni 2001, 17:33 Uhr

Endlich Urlaub - endlich Garten!

Ganze zwei Wochen Entspannung gönne ich mir. Ich hatte mich schon soooo danach gesehnt.
Als erstes war Rasenmähen angesagt. Das hat ewig gedauert, und zwischendurch ging das Messer immer wieder fest, weil das Gras schon so hoch war. Dazwischen standen immer wieder Inseln aus Klee. Die hätte ich am liebsten stehen lassen, weil sie so schön blühten. Nun habe ich es aber geschafft, der Garten sieht gleich wieder richtig "brav" aus, und mir tut das Kreuz weh. Aber die Amseln freuen sich. Die hüpfen über die Wiese auf der Suche nach Würmern und allem möglichen Getier, das sie in ihren leuchtend orange-gelben Schnäbeln davon tragen. Im Fliederbusch hinter dem Schuppen sind auch zwei hübsche gefiederte Wesen zugange. Sie picken Samenkörner aus den alten vertrockneten Fruchtständen. Sie sind graubraun, etwas größer als Amseln und haben lange spitze Schnäbel. Ich kenne sie nicht, aber sie sehen hübsch aus, wie sie so ihren Geschäften nachgehen, ohne sich von meiner Anwesenheit im geringsten stören zu lassen.

Langsam wird es ruhig. Die Geräusche des Tages und der Betriebsamkeit nehmen ab, Vogelstimmen werden deutlicher, das Licht wird sanfter. Ein leiser Wind macht sich auf. Ich wünschte, ich könnte bleiben. Wenn es nur der KEIMZEIT-Chat wäre, an dem ich heute Abend teilnehmen will, würde ich meine endlich aufgeschlagenen Zelte wahrscheinlich nicht gleich wieder abbrechen. Aber es gibt noch andere Gründe, warum ich zurück fahren muss. Ich habe heute Morgen während meines Stöberns in fremden Tagebüchern einen Menschen gefunden, der sich ähnliche Gedanken über die Bedeutung von Freundschaften machte, wie ich vor kurzem (und eigentlich auch immer noch). Ich schrieb ihm eine Mail und er hat gleich geantwortet. Ich hab ihm versprochen, dass ich mich heute Abend noch mal melde. Also muss ich das ja wohl auch tun, oder?
Außerdem fand ich beim letzten Mail-Abruf vor meinem Start in die Erholungsphase noch einen Änderungsauftrag vom Museum. Dort ist man es gewöhnt, dass ich sofort reagiere, da ist ein halber Tag schon lang. Sie würden sicher nichts sagen, wenn die Änderungen morgen zum Dienstbeginn nicht verfügbar sind, aber wundern würden sie sich schon.
Tja, und letzten Endes muss ich morgen sowieso noch mal zurück, denn ab 8 Uhr braucht Frau J. meine Hilfe, 11 Uhr ist Beratung, gleich anschließend braucht Hanne meinen Rechner und irgendwann am Spätnachmittag oder frühen Abend will Matthias das kleine Netzwerk einrichten, damit Hanne dann auch mit Photoshop und anderen speicherintensiven Programmen arbeiten kann, wenn sie meinen kleinen Rechner benutzt.
Wenn danach noch nicht tiefdunkle Nacht ist oder sonst irgend etwas dazwischen kommt, packe ich meine Tasche und fahre wieder raus. Ansonsten dann am Mittwoch gleich in aller Frühe.

Ich freu mich!

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Montag, 25. Juni 2001, 06:58 Uhr

Man liest kein fremdes Tagebuch!

Irgendwann einmal gab es einen Film dieses Namens. Oder war es ein Buch? Ich weiß es nicht mehr und es ist auch mindestens 25 Jahre her und darf deshalb wohl auch vergessen werden. Im Gedächtnis (selbst in meinem) haften geblieben ist eben dieser Satz. Und gerade dachte ich, wie richtig er doch ist.
Ich habe es nämlich getan, fremde Tagebücher gelesen, oder zumindest in einigen herum gestöbert. Und bin zu der Feststellung gelangt, wie unsinnig mein eigenes Geschreibsel ist. Nun bin ich am Grübeln: stelle ich mich um, oder lasse ich es ganz?
Zuerst dachte ich ja, es wäre eine gute Idee, und es hat auch Spaß gemacht, mich damit zu beschäftigen. Ich habe, zum Beispiel, wenn ich unterwegs war, an das Tagebuch gedacht und mich darauf gefreut, wieder etwas einzutragen. Und irgendwie habe ich mich in den letzten Tagen nicht mehr ganz so allein gefühlt. Aber nachdem ich gesehen habe, wie andere ihre Tagebücher aufbauen, wie wichtig alles ist, was sie dort eintragen, komme ich mir nur noch albern vor bei dem Gedanken, meine banalen Erlebnisse öffentlich aufzuzeichnen.
Ein bisschen werde ich mal noch weiter machen. Vielleicht fällt mir ja eine Lösung ein. Vielleicht ist auch alles noch zu frisch und man (ich) kann erst in zwei, drei Monaten sagen, ob es sich lohnt, daran festzuhalten.....

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Script by Alex